Drei Dachdecker auf dem Ziegeldach bei Lattung und Eindeckung

Dachdecker: was der Beruf zahlt und verlangt

Was Dachdecker verdienen, welche Fachrichtungen es gibt und was im Winter passiert. Gehalt mit Quelle, neue Stellen bekommst du per Nachricht.

Gerade ist in diesem Beruf nichts offen.

Trag dich trotzdem ein. Für diesen Beruf suchen wir immer wieder, und kommt etwas herein, sagen wir es dir.

Wie es um Dachdecker steht

Was Dachdecker wirklich machen

Dachdecker ist einer der wenigen Handwerksberufe, in denen das Wetter mitentscheidet, was du heute machst. Das klingt nach einer Selbstverständlichkeit und ist der Grund für fast alles, was diesen Beruf von anderen unterscheidet: Die Arbeit kommt in Wellen, die Kolonne muss zusammenpassen, und ein Betrieb, der über den Winter niemanden entlässt, hat einen Vorteil, den kein Stundenlohn wettmacht.

Der Beruf hat vier Fachrichtungen, und sie sind unterschiedlicher, als der gemeinsame Name vermuten lässt. Dachdeckungstechnik ist das, woran die meisten denken: Ziegel, Schiefer, Lattung, Kehlen. Abdichtungstechnik ist Flachdach, Bitumen, Bahnen schweißen, Gefälle bauen, und das ist eine andere Arbeit mit anderen Fehlern. Reetdachtechnik gibt es fast nur im Norden. Und Energietechnik an Dach und Wand ist die Fachrichtung, die in den letzten Jahren am stärksten gewachsen ist, weil auf immer mehr Dächer Photovoltaik kommt und jemand sie befestigen muss, ohne die Abdichtung zu zerstören.

Wer aus dem Ziegeldach kommt und zum ersten Mal ein Flachdach abdichtet, merkt den Unterschied am selben Tag. Auf dem Steildach verzeiht die Schwerkraft einiges; auf dem Flachdach findet Wasser jede Naht, die nicht sitzt, und es findet sie oft erst nach zwei Jahren. Betriebe, die beides machen, sagen das im Gespräch meistens offen. Betriebe, die es nicht sagen, planen dich für das ein, was gerade ansteht.

Körperlich ist der Beruf ehrlich anstrengend, und daran ändert auch der beste Kran nichts. Was den Unterschied macht, ist nicht die Kraft, sondern die Ausstattung: Wer einen Aufzug am Bau hat, trägt keine Ziegel über die Leiter, und wer eine ordentliche Absturzsicherung gestellt bekommt, arbeitet schneller, nicht langsamer. Frag im ersten Gespräch danach. Es ist die Frage, an der man erkennt, wie ein Betrieb wirklich arbeitet.

Der Weg hinein führt über eine dreijährige Ausbildung. Quereinstieg gibt es, aber seltener als in anderen Bauberufen, und er läuft praktisch immer über eine Helferstelle mit Nachqualifizierung. Wer den Meister macht, hat danach zwei Türen: die eigene Firma oder die Bauleitung bei einem größeren Betrieb. Beides wird gesucht.

Beim Geld liegt der Beruf im soliden Mittelfeld der Bauhandwerke, mit einer engeren Spanne als etwa der Metallbau. Das hat einen Grund: Der Bau-Tarif deckt einen großen Teil der Betriebe ab, und Zuschläge für Höhe und Erschwernis sind dort geregelt statt verhandelt. Was die Spanne nach oben treibt, ist die Fachrichtung. Abdichtung und Energietechnik zahlen im Schnitt besser als reine Deckung, weil weniger Leute sie sicher beherrschen. Die Zahlen stehen unten, mit Quelle.

Und ein Punkt, der selten in einer Anzeige steht, aber über die Woche entscheidet: Wie weit fährt die Kolonne? Ein Betrieb mit Baustellen im Umkreis von dreißig Kilometern ist ein anderer Arbeitgeber als einer, der Montagewochen fährt. Beides gibt es, beides ist in Ordnung, und beides gehört vorher gesagt. Bei uns steht es in der Anzeige.

Was du als Dachdecker machst

  • Dächer decken, eindecken und umdecken: Lattung, Ziegel, Schiefer, Kehlen und Anschlüsse
  • Flachdächer abdichten, Bahnen verschweißen, Gefälle und Entwässerung herstellen
  • Dämmung einbauen und Dachaufbauten nach Norm ausführen
  • Photovoltaik und Solarthermie am Dach befestigen, ohne die Abdichtung zu verletzen
  • Schäden suchen, Undichtigkeiten beheben, Bestandsdächer instand setzen

Was du mitbringen musst

  • Abgeschlossene Ausbildung als Dachdecker, in einer der vier Fachrichtungen. Ein Teil der Betriebe nimmt auch Helfer mit Baustellenerfahrung und qualifiziert nach.
  • Schwindelfreiheit, und zwar echte. Das ist die einzige Voraussetzung in diesem Beruf, die sich nicht antrainieren lässt.
  • Sorgfalt bei Anschlüssen und Durchdringungen. Dort entstehen fast alle Schäden, und fast alle davon erst Jahre später.
  • Führerschein Klasse B. Die Kolonne fährt gemeinsam raus, aber wer selbst fahren kann, wird flexibler eingesetzt.

Häufige Fragen

Ich kann Steildach, aber noch kein Flachdach. Ist das ein Problem?

Für die meisten Betriebe nicht, solange sie es vorher wissen. Abdichtung lernt man an der Baustelle, nicht im Lehrbuch, und ein Betrieb, der beides macht, hat jemanden, der es dir zeigt. Wir fragen bei jeder Stelle ab, welche Fachrichtung wirklich gebraucht wird, und sagen es dir, bevor du zum Gespräch gehst.

Was passiert im Winter?

Das ist die wichtigste Frage in diesem Beruf, und die Antworten gehen weit auseinander. Manche Betriebe fahren durch, mit Reparaturen und Innenarbeiten. Andere nutzen das Saison-Kurzarbeitergeld, das ist im Baugewerbe geregelt und kein schlechtes Zeichen. Wieder andere entlassen und stellen im Frühjahr neu ein, und das sagen wir dir vorher.

Wie weit muss ich fahren?

Sehr unterschiedlich, und es entscheidet über deine Woche. Wir fragen bei jedem Betrieb ab, ob er im Umkreis arbeitet oder Montagewochen fährt, und es steht in der Anzeige. Steht dort nichts, haben wir keine klare Antwort bekommen, und auch das sagen wir so.

Erfährt mein Chef, dass ich mich umsehe?

Nein. Wir rufen dich auf deiner Nummer an, nicht in der Firma, und dein Name geht erst dann zu einem Betrieb, wenn du bei genau diesem Betrieb Ja gesagt hast.

Was kostet mich das?

Nichts. Unsere Arbeit bezahlt der Betrieb, der eine Fachkraft sucht. Für dich ist die Bewerbung kostenlos.

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