
Elektroniker: was der Beruf zahlt und verlangt
Was Elektroniker verdienen, wo Gebäude- und Betriebstechnik auseinandergehen und was du mitbringen musst. Gehalt mit Quelle, neue Stellen per Nachricht.
Gerade ist in diesem Beruf nichts offen.
Trag dich trotzdem ein. Für diesen Beruf suchen wir immer wieder, und kommt etwas herein, sagen wir es dir.
Wie es um Elektroniker steht
Mangelberuf
Es gibt zu wenig Elektroniker. Überall, nicht nur hier.
Die Bundesagentur bewertet den Engpass auf einer Skala bis 3. Die Bauelektrik steht bei 2,7. Für dich heißt das: Auf dich kommen mehr offene Stellen, als besetzt werden können. Du suchst dir den Betrieb aus, nicht andersherum.
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Fachkräfteengpassanalyse 2025, Berufsuntergruppe 2621 Bauelektrik, Anforderungsniveau Fachkräfte. Stand 2025-12.
3.935 €
So viel verdient ein Elektroniker im Monat, in der Mitte.
Brutto, Vollzeit. Ein Viertel liegt unter 3.335 €, ein Viertel über 4.738 €. Wenn dir jemand deutlich weniger anbietet, kannst du das mit dieser Zahl im Gespräch ansprechen. Sie ist amtlich und niemand kann sie wegdiskutieren.
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas, Berufsgattung Bauelektrik. Stand 2025-12.
Was Elektroniker wirklich machen
Elektroniker ist der Beruf, bei dem am meisten davon abhängt, wo du landest. Im Gesellenbrief steht bei allen ungefähr dasselbe. Im Alltag hat einer in der Gebäudetechnik mit einem in der Betriebstechnik so viel gemeinsam wie ein Dachdecker mit einem Tischler: gleiche Branche, andere Arbeit, anderes Geld, andere Woche.
In der Gebäudetechnik bist du auf dem Bau. Rohbau, Sanierung, Zählerplatz, Verteiler setzen, Leitungen ziehen, am Ende messen und abnehmen. Rund um Köln und Düsseldorf ist das überwiegend Bestand und weniger Neubau, also Altbau mit gewachsener Elektrik, bei der du erst herausfinden musst, was der Vorgänger sich gedacht hat. Die Baustelle wechselt, der Kollege bleibt.
Im Kundendienst hast du einen festen Bezirk und einen Wagen. Störungen, Wartungen, kleine Umbauten, viele Kunden am Tag. Wer keine Lust mehr auf Baustelle hat und trotzdem Elektriker bleiben will, geht meistens hierhin. Der Tag ist zerstückelter, dafür planbarer, und du bist abends zu Hause.
In der Betriebstechnik sitzt du in einer Halle statt auf einer Baustelle. Anlagen, Schaltschränke, Antriebe, oft Schicht, oft Tarif. Es ist der Bereich mit dem ruhigsten Umfeld und häufig dem besten Geld, und es ist der, in den viele erst mit Mitte dreißig wechseln, wenn die Knie anfangen mitzureden.
Und dann ist da der Bereich, der alles durcheinanderbringt: Photovoltaik, Speicher, Wallboxen, Wärmepumpen. Dort wird gerade am meisten eingestellt und dort gibt es am wenigsten Leute, die es gelernt haben, weil es diese Ausbildung so lange gar nicht gab. Wer Gebäudetechnik kann, lernt den Rest im Betrieb dazu.
Was in allen vier Bereichen gleich ist: Du wirst gesucht. Die Bundesagentur führt die Bauelektrik als Engpassberuf, und zwar mit einem der höchsten Werte, die sie überhaupt vergibt. Das heißt für dich nicht, dass jeder Betrieb gut ist. Es heißt, dass du dir den Betrieb aussuchen kannst und nicht andersherum. Wer dich im Gespräch behandelt, als hättest du Glück gehabt, hat den Markt nicht verstanden.
Viele Elektroniker wechseln übrigens nicht wegen des Geldes, sondern wegen der Fahrerei. Zwei Stunden am Tag im Bulli sind zwei Stunden weniger Leben, und die stehen auf keinem Lohnzettel. Danach kommen die Dinge, die man im Inserat nie liest: dass der Wagen abends mit nach Hause darf, dass Überstunden abgefeiert und nicht verrechnet werden, dass jemand die Baustelle vorbereitet, bevor du hinfährst.
Auf dem Weg nach oben gibt es zwei Abzweige. Der eine ist der Meister, mit Verantwortung für Abnahmen, Nachwuchs und Kalkulation. Der andere ist die fachliche Tiefe, also Mess- und Prüftechnik, Automatisierung oder Speicheranlagen. Der zweite Weg wird seltener genannt und in vielen Betrieben genauso gut bezahlt, weil es dafür noch weniger Leute gibt als für den ersten.
Was du als Elektroniker machst
- Leitungen, Verteiler und Zählerplätze setzen, im Neubau wie im Bestand
- Anlagen prüfen, messen und in Betrieb nehmen, inklusive Protokoll
- Störungen suchen und beheben, im Kundendienst oft ohne Vorwarnung
- Photovoltaik, Speicher und Ladetechnik anschließen und anmelden
- Schaltschränke aufbauen, verdrahten und Antriebe in Betrieb nehmen
Was du mitbringen musst
- Abgeschlossene Ausbildung als Elektroniker oder Elektroinstallateur. Bei einem Teil der Stellen zählt langjährige Erfahrung genauso, das sagen wir dir vorher.
- Führerschein Klasse B. Ohne ihn geht im Kundendienst nichts und auf der Baustelle fast nichts.
- Die anerkannten Regeln der Technik im Kopf, nicht im Ordner. Wer misst und protokolliert, statt zu schätzen, ist überall gesucht.
- Bereitschaft, sich in Photovoltaik oder Ladetechnik einzuarbeiten, wenn du dort noch nicht warst. Verlangt wird sie oft, mitgebracht selten.
Häufige Fragen
Erfährt mein Arbeitgeber, dass ich mich umsehe?
Nein. Wir rufen dich auf deiner Nummer an, nicht in der Firma, und wir schicken dein Profil erst zu einem Betrieb, wenn du bei genau diesem Betrieb Ja gesagt hast.
Ich habe keinen Lebenslauf. Geht das trotzdem?
Ja. Am Telefon geht das schneller als am Küchentisch, und für das erste Gespräch brauchen wir keinen. Wenn ein Betrieb später einen will, helfen wir dir dabei.
Ich habe keinen Gesellenbrief, arbeite aber seit Jahren in der Elektrik.
Sag es uns trotzdem. Bei einem Teil der Stellen zählt, was du kannst, nicht was du hast. Bei einem anderen Teil geht es ohne Brief nicht, weil der Betrieb sonst nicht abnehmen darf. Was davon zutrifft, sagen wir dir direkt und halten dich nicht hin.
Ich bin über fünfzig. Ist das ein Problem?
Für viele Betriebe eher das Gegenteil. Wer zwanzig Jahre auf Baustellen war, muss nicht angelernt werden und erkennt einen alten Verteiler, ohne zu suchen. Das ist für einen Betrieb bares Geld.
Was kostet mich das?
Nichts. Unsere Arbeit bezahlt der Betrieb, der eine Fachkraft sucht. Für dich ist die Bewerbung kostenlos.
Ich will weg von der Montage. Habt ihr überhaupt so etwas?
Das wünschen sich viele. Kundendienst mit festem Bezirk und Betriebstechnik in der Halle sind die beiden Wege. Sag uns, wie weit du täglich fahren willst, dann suchen wir in dem Radius.
Nichts Passendes gefunden?
Fünf kurze Fragen, kein Lebenslauf nötig. Wir melden uns, sobald etwas in deiner Nähe frei wird.
