Zwei Kfz-Mechatroniker bei der Motordiagnose mit Laptop

Kfz-Mechatroniker: was der Beruf zahlt und verlangt

Was Kfz-Mechatroniker verdienen, was Hochvolt und Vorgabezeiten bedeuten und wie Marke und freie Werkstatt sich unterscheiden. Gehalt mit Quelle.

Gerade ist in diesem Beruf nichts offen.

Trag dich trotzdem ein. Für diesen Beruf suchen wir immer wieder, und kommt etwas herein, sagen wir es dir.

Wie es um Kfz-Mechatroniker steht

Was Kfz-Mechatroniker wirklich machen

Kfz-Mechatroniker ist mit fast zweihundertfünfzigtausend Fachkräften der größte gewerblich-technische Beruf Deutschlands, und er steckt gerade in der tiefsten Umwälzung seiner Geschichte. Beides gehört zusammen gesagt, weil das eine ohne das andere ein falsches Bild ergibt: Es gibt viel Arbeit, und die Arbeit verändert sich schneller als in jedem anderen Handwerk.

Der Kern ist längst nicht mehr die Mechanik. Wer heute einen Fehler sucht, sitzt zuerst am Diagnosegerät und dann erst an der Hebebühne. Steuergeräte, Bussysteme, Assistenzsysteme mit Kameras und Radarsensoren, die nach jeder Windschutzscheibe neu kalibriert werden wollen: Das ist der Alltag, und er hat mit dem Beruf, den ein Meister vor dreißig Jahren gelernt hat, weniger zu tun als der Name vermuten lässt.

Dazu kommt die Hochvolttechnik. Wer an einem Elektro- oder Hybridfahrzeug arbeiten will, braucht eine Qualifizierung nach der einschlägigen Berufsgenossenschafts-Information, und es gibt sie in Stufen: von der Sensibilisierung bis zur Fachkunde für Arbeiten unter Spannung. Das ist die eine Weiterbildung, die in diesem Beruf gerade am meisten bewegt. Wer sie hat, wird gesucht. Wer sie nicht hat, sollte im ersten Gespräch fragen, ob der Betrieb sie bezahlt, und die Antwort sagt viel darüber, wie dieser Betrieb die nächsten zehn Jahre plant.

Was den Alltag entscheidet, ist die Art des Betriebs. In einer markengebundenen Werkstatt arbeitest du nach Herstellervorgabe, mit Herstellerdiagnose, Herstellerschulung und oft mit Vorgabezeiten, die getaktet sind. In einer freien Werkstatt ist die Bandbreite größer, die Vorgaben sind lockerer, und du siehst jedes Fabrikat. Im Nutzfahrzeugbereich wieder anders: größere Fahrzeuge, andere Kunden, oft Bereitschaft, weil ein stehender Lkw anders wehtut als ein stehender Pkw.

Beim Geld liegt der Beruf im Mittelfeld, und das ist die unangenehme Nachricht in einem Beruf, der so viel Technik verlangt. Die Spanne ist dafür sehr breit: Zwischen unterem und oberem Viertel liegen rund sechzehnhundert Euro im Monat, mehr als in fast jedem anderen Handwerk. Diese Spanne ist die eigentliche Information. Sie sagt, dass es in diesem Beruf sehr darauf ankommt, wo man arbeitet und was man kann, und nicht, wie lange man dabei ist.

Was nach oben trägt, sind vier Dinge, und keines davon ist Berufsjahre. Hochvolt-Qualifizierung. Diagnosesicherheit, also die Fähigkeit, einen sporadischen Fehler zu finden, statt Teile zu tauschen. Nutzfahrzeuge statt Pkw. Und der Meister, wenn man ihn nutzt, um Serviceleitung oder eine eigene Werkstatt zu übernehmen. Die Zahlen stehen unten, mit Quelle.

Ein ehrlicher Hinweis zum Schluss: In keinem anderen Handwerk klagen so viele erfahrene Leute über Vorgabezeiten. Wenn dir das wichtig ist, frag im ersten Gespräch, ob nach Vorgabezeit oder nach tatsächlichem Aufwand abgerechnet wird. Es ist eine unangenehme Frage und die ehrlichste, die du stellen kannst.

Was du als Kfz-Mechatroniker machst

  • Fehler an Fahrzeugen diagnostizieren, am Diagnosegerät und am Fahrzeug
  • Wartung, Inspektion und Reparatur an Motor, Getriebe, Fahrwerk und Bremsanlage
  • Elektrik und Elektronik prüfen, Steuergeräte auslesen, codieren und aktualisieren
  • Assistenzsysteme kalibrieren, etwa nach einem Scheibenwechsel oder einer Achsvermessung
  • Je nach Qualifizierung: Arbeiten an Hochvoltsystemen von Elektro- und Hybridfahrzeugen

Was du mitbringen musst

  • Abgeschlossene Ausbildung als Kfz-Mechatroniker oder Kfz-Mechaniker.
  • Diagnosesicherheit. Teile tauschen kann jeder; einen sporadischen Fehler finden ist die Fähigkeit, für die bezahlt wird.
  • Hochvolt-Qualifizierung ist von Vorteil und wird von vielen Betrieben bezahlt, wenn sie fehlt. Frag danach.
  • Führerschein Klasse B. Für Nutzfahrzeugstellen häufig C oder CE, oft mit Kostenübernahme.

Häufige Fragen

Ich habe keine Hochvolt-Qualifizierung. Fällt die Stelle damit weg?

Meistens nicht. Viele Betriebe bezahlen die Qualifizierung, weil sie ohnehin Leute dafür brauchen. Frag im ersten Gespräch danach. Die Antwort sagt dir nebenbei, wie dieser Betrieb die nächsten zehn Jahre plant.

Markengebunden oder frei?

Zwei verschiedene Berufe unter einem Namen. Markengebunden heißt Herstellerdiagnose, Herstellerschulung und oft getaktete Vorgabezeiten. Frei heißt größere Bandbreite, jedes Fabrikat und lockerere Vorgaben. Wir fragen es bei jedem Betrieb ab, und es steht in der Anzeige.

Wird nach Vorgabezeit abgerechnet?

Das ist die unangenehmste und ehrlichste Frage in diesem Beruf, und in keinem anderen Handwerk klagen so viele erfahrene Leute darüber. Stell sie im ersten Gespräch. Wo wir eine klare Antwort bekommen, steht sie bei uns in der Anzeige.

Lohnt sich der Wechsel zu Nutzfahrzeugen?

Beim Geld in aller Regel ja, und der Führerschein wird oft bezahlt. Dafür kommt häufiger Bereitschaft dazu, weil ein stehender Lkw anders wehtut als ein stehender Pkw. Was gilt, fragen wir vorher ab.

Was kostet mich das?

Nichts. Unsere Arbeit bezahlt der Betrieb, der eine Fachkraft sucht. Für dich ist die Bewerbung kostenlos.

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