Maurer auf einer Rohbaustelle

Maurer: was der Beruf zahlt und verlangt

Was Maurer im Hochbau und in der Sanierung verdienen, was Neubau und Bestand trennt und wie Betriebe den Winter regeln. Gehalt mit Quelle.

Gerade ist in diesem Beruf nichts offen.

Trag dich trotzdem ein. Für diesen Beruf suchen wir immer wieder, und kommt etwas herein, sagen wir es dir.

Wie es um Maurer steht

Was Maurer wirklich machen

Maurer ist der Beruf, an dem man sieht, ob ein Bau ordentlich geplant war. Wenn der Rohbau stimmt, merkt es niemand. Wenn er nicht stimmt, merken es alle nachfolgenden Gewerke, und zwar monatelang. Das ist die stille Verantwortung in diesem Beruf, und sie ist der Grund, warum ein guter Maurer auf jeder Baustelle gefragt ist, an der schon einmal etwas schiefgegangen ist.

Die Arbeit ist breiter, als der Name sagt. Mauern im engeren Sinn, also Steine setzen und Fugen ziehen, ist heute nur noch ein Teil davon. Dazu kommen Schalungen stellen, Betonieren, Estrich und Putz, Fundamente herstellen, Deckenauflager bauen, Durchbrüche setzen und im Bestand: alles, was jemand vor sechzig Jahren anders gemacht hat, als es im Plan steht. Wer nur Neubau kennt und zum ersten Mal in eine Sanierung geht, lernt in zwei Wochen mehr über Statik als in drei Jahren Ausbildung.

Der wichtigste Unterschied zwischen zwei Maurerstellen ist nicht der Lohn, sondern die Art der Baustelle. Auf einem Neubaugebiet mit zwanzig gleichen Häusern arbeitet man im Takt, mit Kran, mit Plan und mit derselben Kolonne. Im Bestand arbeitet man in fremden Kellern, oft zu zweit, oft ohne Kran, und jeder Tag bringt etwas, das nicht im Angebot stand. Beides ist derselbe Beruf und ein völlig anderer Alltag. Betriebe, die beides machen, teilen ihre Leute meistens fest ein; frag danach.

Körperlich ist der Beruf hart, und das ist keine Legende. Was ihn erträglich macht, ist die Ausstattung: Ein Betrieb mit Versetzgerät, Kran und Steinsäge arbeitet anders als einer, in dem alles von Hand geht. Der Unterschied schlägt nicht auf den Lohnzettel durch, sondern auf den Rücken, und über zwanzig Jahre ist das die teurere Währung.

Der Weg hinein führt über die dreijährige Ausbildung, die im Bau stufenweise aufgebaut ist: nach zwei Jahren der Hochbaufacharbeiter, nach dreien der Maurer. Diese Zwischenstufe ist wichtig zu kennen, weil viele Leute mit ihr aufhören und in Anzeigen trotzdem als Maurer gesucht werden. Wer den Facharbeiter hat und mauern kann, wird von den meisten Betrieben genommen; ein Teil zahlt den Unterschied trotzdem.

Nach dem Gesellenbrief gibt es drei Wege: Polier, Meister oder Spezialisierung, etwa auf Sanierung, Sichtmauerwerk oder Betoninstandsetzung. Der Polier ist der häufigste und der, für den am meisten gesucht wird. Er ist auch der, bei dem sich das Gehalt am deutlichsten bewegt.

Beim Geld liegt der Beruf über dem Durchschnitt der Bauhandwerke, mit einer Spanne von über tausend Euro zwischen unterem und oberem Viertel. Was einen nach oben bringt, ist selten das Alter. Es sind Sichtmauerwerk, Sanierungserfahrung und die Frage, ob man eine Kolonne anleiten kann, ohne dass jemand kündigt. Die Zahlen stehen unten, mit Quelle.

Was du als Maurer machst

  • Mauerwerk herstellen: Steine setzen, Fugen ziehen, Aussparungen und Auflager einbauen
  • Schalungen stellen, bewehren und betonieren, Fundamente und Bodenplatten herstellen
  • Putz und Estrich aufbringen, Wände und Böden für die nachfolgenden Gewerke vorbereiten
  • Im Bestand: Durchbrüche setzen, Mauerwerk instand setzen, Bauteile abfangen
  • Pläne lesen, Maße abstecken und gegen die Wirklichkeit auf der Baustelle prüfen

Was du mitbringen musst

  • Abgeschlossene Ausbildung als Maurer. Hochbaufacharbeiter mit Maurererfahrung reicht bei einem großen Teil der Betriebe.
  • Sicheres Planlesen. Wer Maße nur abliest und nicht prüft, baut Fehler ein, die erst der Innenausbau findet.
  • Belastbarkeit. Der Beruf ist körperlich schwer, auch mit guter Ausstattung.
  • Führerschein Klasse B, weil die Baustelle jede Woche woanders liegt.

Häufige Fragen

Ich habe den Hochbaufacharbeiter, nicht den Maurer. Reicht das?

Bei den meisten Betrieben ja, wenn du mauern kannst. Ein Teil zahlt den Unterschied trotzdem, ein anderer verlangt den Gesellenbrief hart. Wir wissen bei jeder Stelle, welcher Fall zutrifft, und schlagen dich nicht dort vor, wo du an einer Formalie scheiterst.

Neubau oder Bestand?

Das ist die Frage, die deinen Alltag entscheidet, und sie steht selten in einer Anzeige. Wir fragen sie beim Betrieb ab. Neubau heißt Takt, Kran und feste Kolonne; Bestand heißt zu zweit im Keller und jeden Tag etwas Neues. Was gilt, steht bei uns in der Anzeige.

Wie ist die Ausstattung?

Frag im ersten Gespräch nach Versetzgerät, Kran und Steinsäge. Der Unterschied landet nicht auf dem Lohnzettel, sondern auf dem Rücken, und über zwanzig Jahre ist das die teurere Währung. Wir fragen es vorher ab, wo wir eine Antwort bekommen.

Was ist mit dem Winter?

Im Bauhauptgewerbe gilt die Winterbeschäftigungsumlage, und die meisten Betriebe fahren durch oder nutzen das Saison-Kurzarbeitergeld. Betriebe, die im Winter entlassen und im Frühjahr neu einstellen, gibt es trotzdem. Wir sagen dir vorher, welcher es ist.

Was kostet mich das?

Nichts. Unsere Arbeit bezahlt der Betrieb, der eine Fachkraft sucht. Für dich ist die Bewerbung kostenlos.

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