Tischler bei der Korpusmontage

Tischler: was der Beruf zahlt und verlangt

Was Tischler und Schreiner verdienen, wie Werkstatt, Montage und CNC sich unterscheiden und was du mitbringst. Gehalt mit Quelle, ohne Schönrederei.

Gerade ist in diesem Beruf nichts offen.

Trag dich trotzdem ein. Für diesen Beruf suchen wir immer wieder, und kommt etwas herein, sagen wir es dir.

Wie es um Tischler steht

Was Tischler wirklich machen

Tischler oder Schreiner, je nachdem wo man aufgewachsen ist, ist derselbe Beruf mit zwei Namen. Nördlich der Main-Linie sagt man Tischler, südlich Schreiner, und für die Stellensuche heißt das: Wer nur nach einem der beiden Wörter sucht, sieht die Hälfte des Marktes nicht.

Der Beruf hat sich in dreißig Jahren stärker verändert, als sein Ruf vermuten lässt. Die Vorstellung vom Handhobel ist romantisch und für den Berufsalltag irreführend. In den meisten Betrieben stehen heute Plattenaufteilsäge, Kantenanleimmaschine und in größeren eine CNC-Bearbeitung. Wer eine CNC bedienen und programmieren kann, ist deutlich gefragter als jemand, der nur an der klassischen Maschine arbeitet, und das schlägt sich im Gehalt nieder.

Die zweite große Unterscheidung ist Werkstatt oder Montage. In der Werkstatt baust du, auf der Montage baust du ein. Montage heißt: beim Kunden, in fertigen Räumen, mit Maßen, die selten dem Aufmaß entsprechen, und mit dem Kunden daneben. Viele halten die Montage für den anspruchsvolleren Teil, weil man dort improvisieren muss, ohne dass es hinterher improvisiert aussieht. Betriebe teilen ihre Leute meist fest ein; frag danach.

Die dritte Unterscheidung ist die Art der Arbeit. Möbelbau, Innenausbau, Ladenbau, Messebau, Fenster und Türen, Treppen: Das sind sechs verschiedene Alltage. Ladenbau und Messebau haben Termindruck und viel Montage, oft auswärts. Innenausbau für Privatkunden ist ruhiger und anspruchsvoller in der Oberfläche. Treppenbau ist die anspruchsvollste Geometrie im ganzen Gewerk und wird entsprechend seltener beherrscht.

Was den Beruf im Vergleich zu anderen Handwerken auszeichnet, ist die Sichtbarkeit des Ergebnisses. Eine Fuge, die nicht sitzt, sieht man zwanzig Jahre lang. Das ist der Grund, warum in diesem Gewerk Sorgfalt schwerer wiegt als Geschwindigkeit, und warum ein Betrieb, der nach Stück kalkuliert, andere Leute anzieht als einer, der nach Ergebnis kalkuliert.

Ein Punkt, der bei der Stellensuche oft übersehen wird: die Größe des Betriebs. Eine Tischlerei mit vier Leuten heißt, dass jeder alles macht, vom Aufmaß über die Maschine bis zur Montage. Ein Betrieb mit vierzig heißt Arbeitsteilung, feste Rollen und oft eine eigene Arbeitsvorbereitung. Für die einen ist das erste ein Traum und das zweite Fließband, für die anderen genau umgekehrt. Beides steht in derselben Anzeige unter demselben Berufsnamen, und beide Betriebe suchen einen Tischler. Wir fragen die Zahl ab, weil sie mehr über deinen Alltag sagt als drei Sätze über Betriebsklima.

Der Weg hinein führt über die dreijährige Ausbildung. Nach dem Gesellenbrief geht es über den Meister, den Techniker oder die Spezialisierung, etwa auf Restaurierung, Treppenbau oder CNC-Programmierung. Der Meister ist im Tischlerhandwerk noch häufiger der Weg in die Selbständigkeit als in anderen Gewerken.

Beim Geld liegt der Beruf im unteren Mittelfeld, spürbar unter dem Metallbau und unter der Zerspanung. Das gehört gesagt, auch wenn es unbequem ist: Holz zahlt in Deutschland schlechter als Metall. Die Spanne von knapp tausend Euro zwischen unterem und oberem Viertel ist aber breit genug, dass Spezialisierung sich lohnt. CNC, Treppenbau und Montageleitung sind die drei Hebel. Die Zahlen stehen unten, mit Quelle.

Was du als Tischler machst

  • Möbel und Einbauten nach Zeichnung fertigen, von der Plattenaufteilung bis zur Oberfläche
  • An Maschinen arbeiten: Formatkreissäge, Kantenanleimer, Fräse, je nach Betrieb CNC
  • Beim Kunden aufmessen und montieren, mit den Maßen, die vor Ort wirklich da sind
  • Fenster, Türen und Treppen bauen und einbauen, je nach Betrieb
  • Oberflächen behandeln: schleifen, ölen, lackieren, furnieren

Was du mitbringen musst

  • Abgeschlossene Ausbildung als Tischler oder Schreiner.
  • Sicheres Arbeiten an den gängigen Maschinen. CNC-Erfahrung ist der größte einzelne Hebel beim Gehalt und gehört in die Bewerbung.
  • Genauigkeit an Fugen und Oberflächen. In diesem Gewerk sieht man einen Fehler zwanzig Jahre lang.
  • Führerschein Klasse B für Montagestellen.

Häufige Fragen

Tischler oder Schreiner, ist das dasselbe?

Ja, es ist nur die Landkarte. Nördlich der Main-Linie Tischler, südlich Schreiner. Such nach beiden Wörtern, sonst siehst du die Hälfte des Marktes nicht.

Werkstatt oder Montage?

Zwei verschiedene Alltage unter einer Berufsbezeichnung. Werkstatt heißt bauen, Montage heißt einbauen, beim Kunden, mit Maßen, die nicht stimmen. Viele halten die Montage für den anspruchsvolleren Teil. Wir fragen bei jedem Betrieb ab, wie eingeteilt wird.

Ich kann keine CNC. Wie sehr schadet das?

Es schließt dich nicht aus, aber es ist der größte einzelne Hebel beim Gehalt in diesem Beruf. Betriebe, die dich anlernen, gibt es. Wir fragen ab, welche.

Warum verdient man hier weniger als im Metallbau?

Das ist so, und wir reden es nicht schön. Holz zahlt in Deutschland schlechter als Metall, quer durch alle Betriebsgrößen. Die Zahlen stehen bei uns mit Quelle, du kannst sie nebeneinanderlegen. Was die Spanne nach oben treibt, sind CNC, Treppenbau und Montageleitung.

Was kostet mich das?

Nichts. Unsere Arbeit bezahlt der Betrieb, der eine Fachkraft sucht. Für dich ist die Bewerbung kostenlos.

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