Ohne Meister keine Eintragung
Das Elektrotechniker-Handwerk ist zulassungspflichtig. Es steht in Anlage A der Handwerksordnung unter Nummer 25. Einen solchen Betrieb darf nur führen, wer in der Handwerksrolle eingetragen ist (§ 1 Abs. 1 HwO). Eingetragen wird ein Betrieb, wenn sein Betriebsleiter die Voraussetzungen erfüllt (§ 7 Abs. 1 HwO). Der übliche Weg dahin ist die Meisterprüfung im selben oder einem verwandten Handwerk (§ 7 Abs. 1a HwO).
Für dich heißt das: Bist du nicht selbst Meister, hängt die Eintragung am benannten Betriebsleiter. Geht er, brauchst du Ersatz. Am besten, bevor die Handwerkskammer nachfragt. Es gibt Ausnahmen und andere Wege. Welche für dich in Frage kommen, klärt deine Handwerkskammer.
Hinweis
Das ist keine Rechtsberatung. Wir geben wieder, was im Gesetz steht, und suchen mit dir einen Meister. Ob deine Eintragung an einer Person hängt und was beim Wechsel zu tun ist, sagen dir deine Handwerkskammer oder ein Anwalt.
Elektromeister: Betriebsleiter, Bauleiter oder Kundendienstleiter
Hinter „Elektromeister gesucht“ stecken oft drei verschiedene Stellen. Bevor wir jemanden ansprechen, legen wir mit dir fest, welche es ist. Davon hängt ab, wen wir anrufen und was wir ihm sagen.
- Betriebsleiter: trägt die Eintragung, verantwortet Qualität und Sicherheit, bildet aus. Er will mitreden und wissen, wie lange er gebraucht wird.
- Bauleiter oder Projektleiter: führt Baustellen von der Planung bis zur Abnahme. Er steuert Monteure und Nachunternehmer. Vieles dazu steht auf der Seite zum Bauleiter.
- Kundendienst- oder Serviceleiter: plant Einsätze, prüft Anlagen und betreut Stammkunden. Weniger Baustelle, mehr Telefon.
Neben dem Meisterbrief zählt in allen drei Rollen dasselbe. Sicheres Messen und Prüfen nach den gängigen Normen. Erfahrung mit Zählerplatz und Netzanschluss beim Netzbetreiber. Kalkulation und Aufmaß. Ein Pluspunkt ist Erfahrung mit Solaranlagen, Speichern und Ladetechnik. Dort wachsen die Aufträge, und im Betrieb fehlt oft das Wissen.
Was Elektromeister verdienen
| Wert | Betrag | Was das heißt |
|---|---|---|
| Unteres Viertel | 4.747 € | Ein Viertel verdient weniger |
| Mitte (Median) | 5.744 € | Die Hälfte verdient mehr, die Hälfte weniger |
| Oberes Viertel | 7.021 € | Ein Viertel verdient mehr |
| Wirtschaftszweig | Mitte (Median) | Unteres bis oberes Viertel |
|---|---|---|
| Baugewerbe (dazu zählt das Elektrohandwerk) | 5.180 € | 4.353 bis 6.321 € |
| Produzierendes Gewerbe ohne Bau (Industrie) | 6.424 € | 5.372 bis 7.569 € |
In der Industrie verdient ein Meister in der Mitte gut 1.200 Euro im Monat mehr als im Baugewerbe. Gegen diesen Abstand trittst du an, wenn du einen Meister aus der Industrie holen willst. Für dich zählt aber nicht nur die Zahl. Ein Betriebsleiter mit Eintragung erwartet meist mehr als ein Meister, der eine Kolonne führt. Wovon die Kosten der Suche abhängen, steht auf der Seite zu den Kosten.
Wo Elektromeister arbeiten und warum sie wechseln
Laut Bundesagentur arbeiten Elektrotechnikermeister im Elektrohandwerk, in der Elektroindustrie und bei Kraftwerksbetreibern. Sie sind auf Baustellen, in Werkhallen und im Büro. Viele haben nach der Meisterschule den Betrieb gewechselt. Im alten war keine Meisterstelle frei.
Die Gründe für einen Wechsel sind meist fachlich. Der Meisterbrief wird gebraucht, aber nicht bezahlt. Der Chef lässt keine Entscheidungen zu. Es gibt keine Aussicht auf Beteiligung oder Nachfolge. Oder der Meister sitzt seit Jahren nur im Büro und will zurück zur Technik. Kannst du eine dieser Fragen offen beantworten, hast du im Gespräch einen Vorteil. Den bringt Geld allein nicht.
So finden wir Elektromeister für dich
Meister melden sich selten auf Anzeigen. Wir sprechen sie direkt an, in deinem Umkreis, im Namen deines Betriebs und diskret. Dazu kommt Ansprache in sozialen Netzwerken, das Social Recruiting. Damit erreichst du Meister, die sich dort umsehen, ohne zu suchen. Wer direkt angesprochen wird, spricht zuerst mit uns über Rolle, Gehalt und Wechselgrund. Bewerber aus den sozialen Netzwerken rufen wir auf Wunsch vorab an, als Zusatzleistung.
Wie der Markt für Elektroniker aussieht und welche Stellen wir dort besetzen, steht auf der Seite für das Elektrohandwerk. Warum gerade Meisterstellen lange offen bleiben, erklärt der Ratgeber zum Fachkräftemangel im Handwerk.
Häufige Fragen
Mein Betriebsleiter geht bald in Rente. Wann fange ich an?
Jetzt, denn ein Meister mit Kündigungsfrist und laufenden Projekten braucht selbst Zeit. Wer erst sucht, wenn der Abschied feststeht, sucht unter Druck. Was du rechtlich beim Wechsel beachten musst, sagt dir deine Handwerkskammer.
Soll eine spätere Teilhaberschaft in die Ansprache?
Wenn du es ernst meinst, ja. Beteiligung oder Nachfolge ist für viele Meister der eigentliche Grund zu wechseln. Versprich aber nur, was du auch schriftlich geben würdest.
Reicht ein Techniker statt eines Meisters?
Für die Baustelle oft ja. Ob er für die Eintragung reicht, entscheidet im Einzelfall die Handwerkskammer. Das ist keine Rechtsberatung. Wir klären vorher mit dir, wofür du die Person brauchst.
Erfährt sein jetziger Chef davon?
Von uns nicht. Wir sprechen ihn privat an. Seinen Namen bekommst du erst, wenn er zugestimmt hat. Soll auch deine Suche verdeckt laufen, sag es im Erstgespräch. Dann sprechen wir direkt an, statt eine offene Anzeige unter deinem Namen zu schalten.
Quellen
Jede Zahl auf dieser Seite hat eine Quelle. Hier steht, welche, mit Stand.
- Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas, Elektrotechnikermeister/in (Berufsgattung 26393), Stand 12/2025
- Bundesagentur für Arbeit, BERUFENET, Elektrotechnikermeister/in, Stand 13.10.2026
- Handwerksordnung, § 1 (Handwerksbetrieb, Eintragung), Stand 13.10.2026
- Handwerksordnung, § 7 (Eintragungsvoraussetzungen), Stand 13.10.2026
- Handwerksordnung, Anlage A (zulassungspflichtige Handwerke), Stand 13.10.2026

