Wachsen oder bewusst klein bleiben?
Viele Ratgeber tun so, als müsse jeder Betrieb wachsen. Das stimmt nicht. Ein Betrieb mit vier Leuten, der gut ausgelastet ist und gute Preise hat, kann besser dastehen als einer mit zehn.
Wachsen heißt mehr Lohn, mehr Fahrzeuge, mehr Führung und weniger Zeit auf der Baustelle. Für manche ist das genau das Ziel, für andere nicht. Beides ist in Ordnung.
Klein zu bleiben ist keine Niederlage, wenn du es dir aussuchst.

Vier Wege, wenn dein Team die Arbeit nicht schafft
Einstellen
Eine weitere Fachkraft im Team. Mehr Arbeit möglich, aber auch mehr feste Kosten und Führung.
Subunternehmer
Ein anderer Betrieb übernimmt einen abgegrenzten Teil. Du zahlst nur, was du beauftragst.
Preise erhöhen und auswählen
Du nimmst weniger, aber lohnendere Aufträge an. Das Team bleibt gleich groß.
Aufträge ablehnen
Du sagst nein, wenn das Team voll ist. Keine neuen Kosten, aber Kunden gehen woanders hin.
Die Wege schließen sich nicht aus. Viele Betriebe kombinieren sie, etwa Preise anpassen und gleichzeitig suchen.
Was trifft auf deinen Betrieb am ehesten zu?
- Du sagst seit Monaten Aufträge ab, die sich nach Lohn und Material gelohnt hätten.Eher einstellenDie Arbeit reicht dauerhaft für eine weitere Person. Plan genug Zeit für die Suche ein.
- Es gibt Spitzen, und die Arbeit lässt sich sauber abgrenzen.Eher SubunternehmerDu zahlst nur, was du beauftragst. Brauchst du jemanden, den du jeden Tag einteilst, ersetzt er keine Einstellung.
- Du hast mehr Anfragen, als du schaffst, aber deine Preise sind niedrig.Eher Preise erhöhenMit demselben Team mehr Ertrag je Stunde. Probier es bei neuen Angeboten aus.
- Die Nachfrage schwankt stark, oder du willst nicht vor allem führen.Bewusst klein bleibenEine faire Entscheidung. Zähl trotzdem mit, was du ablehnst, damit du sie bewusst triffst.
Einstellen oder Subunternehmer beauftragen
Einstellen
- Du teilst die Person ein wie deine eigenen Leute
- Lohn läuft auch in ruhigen Monaten weiter
- Suche, Einarbeitung und Führung kosten Zeit
- Wissen und Kunden bleiben im Betrieb
Subunternehmer
- Du bezahlst nur, was du beauftragst
- Oft teurer als eigene Leute
- Weniger Einfluss auf Termine und Ausführung
- Passt nur, wenn sich die Arbeit sauber abgrenzen lässt
Ob ein Nachunternehmer wirklich selbständig arbeitet, klären Steuerberater oder Fachanwalt. Das ist keine Rechtsberatung.
Ein Subunternehmer hilft vor allem bei Spitzen und bei Arbeiten, die du nicht selbst anbietest. Wenn du eigentlich jemanden brauchst, den du jeden Tag einteilst, ersetzt er keine Einstellung.
Preise erhöhen oder Aufträge ablehnen
Preise erhöhen und auswählen
- Mehr Ertrag je Stunde mit demselben Team
- Einige Kunden gehen, oft die preisempfindlichsten
- Du entscheidest, welche Aufträge du willst
Aufträge ablehnen
- Keine neuen Kosten, kein neues Risiko
- Du verlierst Aufträge, die sich gelohnt hätten
- Stammkunden warten länger und probieren andere aus
Welche Preise dein Markt trägt, kann dir niemand pauschal sagen. Probier es bei neuen Angeboten aus, nicht bei allen Kunden auf einmal.
Ablehnen ist der Weg, der am wenigsten Mut kostet und am leichtesten unterschätzt wird. Wie du zählst, was dir dabei wirklich verloren geht, steht im Ratgeber Auftragsverluste durch Personalmangel.
Wann Kleinbleiben die bessere Entscheidung ist
Es gibt gute Gründe, nicht zu wachsen. Wenn mehrere davon auf dich zutreffen, ist eine Einstellung vielleicht nicht der richtige Weg.
- Du willst selbst auf der Baustelle stehen und nicht vor allem führen.
- Die Nachfrage schwankt stark, und die vollen Monate sind die Ausnahme.
- Dir fehlen Platz, Fahrzeug oder Werkzeug für eine weitere Person.
- Du planst in den nächsten Jahren die Übergabe oder den Ruhestand.
- Deine Preise sind niedrig, und mehr Aufträge zum selben Preis würden wenig übrig lassen.
Wann sich eine Einstellung eher lohnt
- Du zählst über mehrere Monate Aufträge, die wegen fehlender Leute verloren gehen.
- Dein Team macht seit Monaten Mehrstunden, und die Last wächst.
- Stammkunden warten länger als früher.
- Jemand aus dem Team geht bald in Rente, und sein Wissen soll im Betrieb bleiben.
- Die Aufträge, die du ablehnst, hätten sich nach Lohn und Material gelohnt.
Was dir die offene Stelle im Monat kostet, rechnest du im Kostenrechner für die unbesetzte Stelle aus. Was die Suche selbst kostet und wovon das abhängt, steht unter Kosten.
Plan genug Zeit ein. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren offene Stellen in Handwerksberufen durchschnittlich 242 Tage unbesetzt, über alle Berufe hinweg 167 Tage. Das ist ein Durchschnitt über den ganzen Arbeitsmarkt, keine Vorhersage für deine Stelle.
Fünf Fragen für deine Entscheidung
| Frage | Spricht eher fürs Einstellen | Spricht eher fürs Kleinbleiben |
|---|---|---|
| Wie oft sagst du Aufträge wegen fehlender Leute ab? | jeden Monat, seit Längerem | selten, nur in Spitzen |
| Wie lange macht dein Team schon Mehrstunden? | seit Monaten | ein paar Wochen |
| Willst du mehr führen und weniger selbst arbeiten? | ja | nein |
| Hast du Platz, Fahrzeug und Werkzeug für eine Person mehr? | ja, oder leicht zu schaffen | nein |
| Lohnen sich die Aufträge, die du ablehnst? | ja, nach Lohn und Material | eher nicht |
Die Tabelle trifft keine Entscheidung für dich. Aber du schaust damit ehrlich hin. Wenn deine Antworten gemischt sind, ist ein Zwischenweg oft richtig, etwa Preise anpassen und in Ruhe suchen.
Was du jetzt tun kannst
- Zähl einen Monat lang, welche Aufträge du wegen fehlender Leute verlierst.
- Beantworte die fünf Fragen oben für deinen Betrieb.
- Rechne im Kostenrechner aus, was dir die Lücke im Monat kostet.
- Entscheide bewusst: einstellen, Subunternehmer, Preise anpassen oder klein bleiben.
- Wenn du einstellen willst, beschreib die Stelle genau und fang früh an.
Rheinwerk ist die Handwerksmarke der Lippe Personal GmbH. Wir helfen Handwerks- und Technikbetrieben, passende Fachkräfte zu erreichen und Bewerbungen für ihre offenen Stellen zu gewinnen. Wen du kennenlernst und einstellst, entscheidest du. Was wir dir zusagen, steht vorher schriftlich im Vertrag, auch zur Einstellungsgarantie.
Häufige Fragen
Ist es schlecht, Aufträge abzulehnen?
Nein. Jeder Betrieb wählt aus, und das ist gesund. Teuer wird es erst, wenn du regelmäßig Aufträge ablehnst, die sich gelohnt hätten, nur weil Leute fehlen.
Lohnt sich eine Einstellung immer, wenn genug Arbeit da ist?
Nicht immer. Reicht die Arbeit dauerhaft? Lassen die Aufträge nach Lohn und Material etwas übrig? Und willst du mehr führen? Volle Monate allein sind noch kein Grund.
Kann ich erst mit einem Subunternehmer anfangen und später einstellen?
Ja, das ist ein häufiger Zwischenweg. So siehst du, ob die Arbeit über Monate reicht, bevor du feste Kosten eingehst. Kläre vorher mit Steuerberater oder Fachanwalt, ob die Zusammenarbeit so passt.
Verliere ich Kunden, wenn ich die Preise erhöhe?
Vermutlich einige. Die Frage ist, welche. Oft gehen die, bei denen ohnehin wenig übrig blieb. Probier neue Preise zuerst bei neuen Angeboten aus.
Woran sehe ich, ob die Arbeit für eine weitere Person reicht?
An zwei Zahlen über mehrere Monate: den Mehrstunden deines Teams und den Aufträgen, die du wegen fehlender Leute verlierst. Wie du beides zählst, steht in den Ratgebern zu Überlastung und Auftragsverlusten.
Quellen
Jede Zahl auf dieser Seite hat eine Quelle. Hier steht, welche, mit Stand.

