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Drei Dachdecker decken ein Ziegeldach ein

Ratgeber · Kosten

Gehalt Dachdecker 2026: Lohn, Mindestlohn und Region

Beim Dachdecker ist der Lohn enger geregelt als in den meisten Handwerksberufen. Es gibt einen Mindestlohn für Gesellen. Und fast alle arbeiten in derselben Branche. Deshalb sind die Zahlen klar, aber die Suche ist schwer. Hier liest du, was ein Dachdecker verdient und wo du mit deinem Angebot stehst.

Fachlich geprüft von Jan-Luka Koch, Strategieberatung
Stand

Was ein Dachdecker verdient

Bruttomonatsentgelt Dachdecker, Fachkraft, Vollzeit, Deutschland
WertBetragWas er heißt
Unteres Viertel3.297 €Ein Viertel verdient weniger
Mitte (Median)3.783 €Die Hälfte verdient mehr, die Hälfte weniger
Oberes Viertel4.277 €Ein Viertel verdient mehr
Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas, Berufsgattung 32142 Berufe in der Dachdeckerei, Fachkraft, alle Wirtschaftszweige, Stichtag 31.12.2025

Zwischen dem unteren und dem oberen Viertel liegen 980 € im Monat. Beim Elektroniker sind es 1.403 €, beim Anlagenmechaniker 1.197 €. Die Spanne ist beim Dachdecker also deutlich enger. Das hat einen einfachen Grund: Von 39.395 Dachdeckern in Vollzeit arbeiten 38.390 in Betrieben des Baugewerbes. Es gibt praktisch keine Industrie, die Dachdecker mit höherem Gehalt abwirbt. Und keinen öffentlichen Dienst, der sie in die Haustechnik holt.

Für dich heißt das zweierlei. Die gute Nachricht: Andere Betriebe, die Leute suchen, zahlen ungefähr dasselbe wie du. Die schlechte: Über das Gehalt kannst du dich kaum abheben, ohne dass es teuer wird. Und du suchst in einem kleinen Kreis. Eine gemeldete Dachdeckerstelle bleibt laut Engpassanalyse der Bundesagentur meist 155 Tage über den Wunschtermin hinaus offen. Das sind gut fünf Monate (Stand 12/2025). Wie wir in diesem kleinen Kreis suchen, steht auf der Seite für Dachdeckerbetriebe.

Abdichtung auf dem Flachdach

Mindestlohn im Dachdeckerhandwerk 2026 bis 2028

Das Dachdeckerhandwerk hat einen eigenen Mindestlohn. Er gilt verbindlich für alle Betriebe im Geltungsbereich. Das gilt auch für Betriebe, die keinem Arbeitgeberverband angehören. Grundlage ist ein Tarifvertrag vom 2. Oktober 2025. Ihn haben der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks und die IG Bauen-Agrar-Umwelt geschlossen. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat ihn auf die ganze Branche ausgeweitet. Das geschah mit der Dreizehnten Dachdeckerarbeitsbedingungenverordnung vom 17. Dezember 2025.

Branchenmindestlohn Dachdeckerhandwerk, brutto je Stunde
AbUngelernte (Mindestlohn 1)Gesellen (Mindestlohn 2)
1. Januar 202614,96 €16,60 €
1. Januar 202714,96 €17,10 €
1. Januar 202814,96 €17,60 €
TV Mindestlohn im Dachdeckerhandwerk vom 2. Oktober 2025, § 2, Anlage zur 13. DachdArbbV (BGBl. 2025 I Nr. 333), gültig bis 31.12.2028, gesetze-im-internet.de, abgerufen am 13.10.2026

Den Gesellenlohn bekommt, wer überwiegend fachlich qualifizierte Arbeiten des Dachdeckerhandwerks ausführt. Wer einen Gesellenbrief als Dachdecker, Zimmerer oder Klempner hat, hat Anspruch darauf. Der gesetzliche Mindestlohn liegt 2026 bei 13,90 €. Der Gesellen-Mindestlohn liegt also 2,70 € darüber.

Was der Mindestlohn im Monat heißt

Verteilt der Betrieb die Arbeitszeit über zwölf Monate, setzt der Rahmentarif einen festen Monatslohn an. Von Mai bis November sind es 174 Stundenlöhne, von Dezember bis April 162. Mit dem Gesellen-Mindestlohn von 16,60 € sind das 2.888,40 € im Sommer und 2.689,20 € im Winter. Ab 2028 ergeben 174 Stunden zu 17,60 € dann 3.062,40 €. Das ist unsere eigene Rechnung aus den Zahlen der Verordnung.

Spannend ist der Vergleich mit dem Entgeltatlas in Ostdeutschland. In Sachsen lag das untere Viertel der Dachdecker Ende 2025 bei 2.889 €. Das ist fast genau der Sommerbetrag des Mindestlohns 2026. In Thüringen waren es 2.930 €, in Brandenburg 2.934 €. Im Osten liegt der Mindestlohn also nah an dem, was viele Betriebe heute zahlen. Schon der Sommerbetrag 2027 von 2.975,40 € liegt über dem unteren Viertel aller fünf ostdeutschen Flächenländer von Ende 2025.

Hinweis

Das ist keine Rechtsberatung. Ob dein Betrieb unter den Mindestlohn fällt, hängt am betrieblichen Geltungsbereich des Rahmentarifvertrags. Und daran, ob dein Betrieb überwiegend Bauleistungen erbringt. Erfasst sind gewerbliche Arbeitnehmer. Wer nur am Betriebssitz arbeitet, ist ausgenommen. Das gilt nicht für die Vorfertigung.

Dachdecker-Gehalt nach Bundesland

Medianentgelt Dachdecker nach Bundesland, Fachkraft, Vollzeit, brutto im Monat
BundeslandMitteMittlere Hälfte
Nordrhein-Westfalen4.029 €3.586 bis 4.435 €
Bayern3.947 €3.513 bis 4.399 €
Baden-Württemberg3.925 €3.487 bis 4.393 €
Hessen3.915 €3.485 bis 4.370 €
Niedersachsen3.904 €3.509 bis 4.296 €
Schleswig-Holstein3.867 €3.466 bis 4.227 €
Rheinland-Pfalz3.865 €3.410 bis 4.321 €
Saarland3.587 €3.145 bis 4.035 €
Berlin3.530 €3.188 bis 3.902 €
Thüringen3.205 €2.930 bis 3.516 €
Mecklenburg-Vorpommern3.191 €2.970 bis 3.517 €
Brandenburg3.188 €2.934 bis 3.491 €
Sachsen-Anhalt3.187 €2.942 bis 3.507 €
Sachsen3.095 €2.889 bis 3.338 €
Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas, Berufsgattung 32142, Fachkraft, alle Wirtschaftszweige, Stichtag 31.12.2025. Für Hamburg und Bremen veröffentlicht die Bundesagentur keinen Wert.

Beim Dachdecker sieht die Verteilung besonders aus. Im Westen liegen sieben Länder zwischen 3.865 € und 4.029 €, nur 164 € auseinander. Im Osten liegen fünf Länder zwischen 3.095 € und 3.205 €, nur 110 € auseinander. Dazwischen liegt ein großer Abstand: Nordrhein-Westfalen zahlt in der Mitte 934 € mehr als Sachsen. Anders als bei Elektro und SHK liegt Nordrhein-Westfalen beim Dachdecker vor Baden-Württemberg und Bayern.

Für Großstädte gibt es beim Dachdecker keine eigenen Werte. In keiner Stadt, die die Bundesagentur auswertet, arbeiten genug Dachdecker für eine Veröffentlichung. Für deine Planung ist der Landeswert deshalb der genaueste, den es gibt. Sitzt du an einer Landesgrenze, solltest du beide Werte kennen. Das gilt etwa zwischen Sachsen und Bayern oder zwischen Brandenburg und Berlin. Deine Dachdecker kennen sie.

Gehalt nach Alter und Meisterbrief

Unter 25 Jahren liegt die Mitte bei 3.392 €. Zwischen 25 und 55 Jahren sind es 3.854 €, ab 55 dann 3.909 €. Nach dem 25. Lebensjahr kommen also im Mittel nur noch 55 € dazu. Beim Dachdecker zählen vor allem der Gesellenbrief und die ersten Jahre danach. Viele weitere Berufsjahre bringen kaum mehr Geld.

Mehr Geld gibt es mit dem Meister. Die Bundesagentur zählt den Dachdeckermeister zu allen Meistern und Aufsichtskräften im Hochbau. Dazu gehören auch Maurer- und Betonbauermeister. Dort liegt die Mitte bei 5.408 €, im Baugewerbe bei 5.448 €. Einen eigenen Wert nur für Dachdeckermeister gibt es nicht. Das Dachdeckerhandwerk ist zulassungspflichtig. Deshalb hat ein Meister zwei Wege: den eigenen Betrieb oder die Bauleitung bei einem größeren Betrieb. Warum, erklärt das Glossar unter Meisterpflicht.

Was du Dachdeckern zahlen solltest

Die Spanne ist eng, und fast alle Betriebe gehören zur selben Branche. Deshalb entscheiden beim Dachdecker oft kleine Beträge. Und andere Dinge zählen viel.

  1. Nimm den Wert deines Bundeslandes. In Nordrhein-Westfalen ist 3.783 € ein Angebot unter der Mitte, in Sachsen eines weit darüber.
  2. Willst du jemanden aus einer festen Stelle holen, biete einen Lohn im oberen Viertel. Weil die Spanne eng ist, kostet das weniger als in anderen Berufen. Bundesweit liegen zwischen Mitte und oberem Viertel 494 € im Monat.
  3. Sag, wie dein Winter aussieht. Arbeitest du mit Reparaturen und Innenarbeiten weiter? Hast du ein Arbeitszeitkonto mit festem Monatslohn? Oder gehst du in Kurzarbeit? Für einen Dachdecker entscheidet diese Frage über das ganze Jahr. Sie gehört in die erste Nachricht.
  4. Sag, wie weit die Kolonne fährt. Baustellen im Umkreis und Montagewochen sind zwei verschiedene Arbeiten, auch bei gleichem Lohn.
  5. Zeig, womit gearbeitet wird. Aufzug, Absturzsicherung, ordentliches Werkzeug. Das entscheidet über die Gesundheit, und Dachdecker wissen das.

Bleibt die Frage, wie du an Leute kommst, die nicht suchen. In ganz Deutschland arbeiten knapp 40.000 Dachdecker in Vollzeit. Das ist ein kleiner Kreis, in dem sich viele kennen. Wer eine feste Stelle hat, liest keine Anzeige. Wir sprechen diese Leute an, im Umkreis von 25 Kilometern um deinen Betrieb und in deinem Namen. Wie das funktioniert, steht auf der Seite zum Social Recruiting. Wie du deine jetzigen Leute hältst, steht im Ratgeber Mitarbeiterbindung im Handwerk.

Häufige Fragen

Muss ich den Dachdecker-Mindestlohn zahlen, auch wenn ich nicht in der Innung bin?

Ja, wenn dein Betrieb unter den Geltungsbereich fällt. Die Verordnung gilt ausdrücklich auch für alle Arbeitgeber und Arbeitnehmer der Branche ohne Tarifbindung. Das ist keine Rechtsberatung.

Ein Geselle aus dem Osten will zu mir in den Westen pendeln. Was muss ich ihm bieten?

Mindestens das, was er heute hat, plus Fahrtzeit. Er kennt die Zahlen: In Sachsen liegt die Mitte bei 3.095 €, in Nordrhein-Westfalen bei 4.029 €. Bietest du ihm den Westwert, ist das für ihn schon ein großer Schritt.

Sind Zuschläge für Höhe und Erschwernis im Entgeltatlas enthalten?

Der Entgeltatlas zählt alle laufenden und einmaligen Einnahmen, die der Arbeitgeber meldet. Zuschläge stecken also im Gesamtbetrag. Sie werden aber nicht einzeln ausgewiesen.

Lohnt es sich, Ungelernte zum Mindestlohn 1 einzustellen?

Für Hilfs- und Vorbereitungsarbeiten gelten 14,96 € je Stunde. Macht jemand überwiegend fachlich qualifizierte Dachdeckerarbeit, steht ihm der Gesellenlohn zu. Bildest du Helfer weiter, plan das von Anfang an ein.

Quellen

Jede Zahl auf dieser Seite hat eine Quelle. Hier steht, welche, mit Stand.

  1. Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas, Berufsgattung 32142 Berufe in der Dachdeckerei, nach Bundesland, Wirtschaftszweig und Alter, Stand 31.12.2025
  2. Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas, Berufsgattung 32193 Aufsichtskräfte Hochbau (Dachdeckermeister/in), Stand 31.12.2025
  3. Bundesagentur für Arbeit, Hilfe zum Entgeltatlas, Stand 13.10.2026
  4. Dreizehnte Dachdeckerarbeitsbedingungenverordnung (13. DachdArbbV) vom 17. Dezember 2025, Stand 13.10.2026
  5. TV Mindestlohn im Dachdeckerhandwerk vom 2. Oktober 2025 mit Auszug aus dem Rahmentarifvertrag (Anlage zur 13. DachdArbbV), Stand 13.10.2026
  6. Fünfte Mindestlohnanpassungsverordnung (MiLoV5), § 1, Stand 13.10.2026
  7. Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Fachkräfteengpassanalyse (Vakanzzeit Dachdeckerei, Median), Stand 12/2025

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