Zum Inhalt springen
Werkzeugrolle, Lederhandschuhe und Kupferfittinge auf der Werkbank

Ratgeber · Kosten

Gehälter im Handwerk 2026: was Fachkräfte verdienen

Wer eine Stelle besetzen will, muss wissen, was der Markt zahlt. Hier stehen die amtlichen Werte für sechzehn Handwerks- und Technikberufe. Du erfährst, was die Werte aussagen und was nicht. Und du siehst, wie du daraus dein eigenes Angebot machst.

Fachlich geprüft von Jan-Luka Koch und Sascha Kruse, Strategieberatung
Stand

Mittleres Gehalt nach Beruf

Die Tabelle zeigt für jeden Beruf die Mitte. Dazu kommt die Spanne, in der die mittlere Hälfte aller Fachkräfte liegt. Jede Zeile führt auf die Seite des Gewerks. Dort steht, wie wir in diesem Gewerk suchen.

Medianentgelt nach Beruf, Fachkraft, Vollzeit, brutto im Monat, Deutschland
Beruf (Berufsgattung)MitteMittlere Hälfte
Industriemechaniker (25102)4.573 €3.880 bis 5.384 €
Mechatroniker Kältetechnik (34232)4.264 €3.653 bis 5.021 €
Rohrleitungsbauer (34322)4.222 €3.455 bis 5.092 €
Elektroniker, Bauelektrik (26212)3.935 €3.335 bis 4.738 €
Maurer (32122)3.894 €3.280 bis 4.401 €
Anlagenmechaniker SHK (34212)3.884 €3.303 bis 4.500 €
Dachdecker (32142)3.783 €3.297 bis 4.277 €
Metallbauer (24412)3.760 €3.179 bis 4.476 €
Land- und Baumaschinenmechatroniker (25222)3.720 €3.189 bis 4.396 €
Kfz-Mechatroniker in Werkstatt und Autohaus (25212)3.466 €2.937 bis 4.134 €
Landschaftsgärtner (12142)3.431 €2.907 bis 4.000 €
Tischler (22342)3.355 €2.892 bis 3.857 €
Maler und Lackierer (33212)3.327 €2.958 bis 3.676 €
Trockenbaumonteur (33302)3.208 €2.769 bis 3.688 €
Bäcker (29222)2.980 €2.572 bis 3.475 €
Fleischer (29232)2.904 €2.462 bis 3.406 €
Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas, Medianentgelt sowie unteres und oberes Quartil, Anforderungsniveau Fachkraft, alle Wirtschaftszweige (Kfz: Wirtschaftsbereich Handel, Verkehr, Lagerei und Gastgewerbe), Stichtag 31.12.2025

Zwischen dem oberen und dem unteren Ende der Tabelle liegen 1.669 € im Monat. Auch Gewerke auf derselben Baustelle liegen weit auseinander. Ein Maurer verdient in der Mitte knapp 700 € mehr als ein Trockenbaumonteur. Willst du Leute aus einem anderen Gewerk holen, kenn diese Abstände. Der Bewerber kennt sie auch.

Drei Berufe haben eine eigene Auswertung nach Bundesland, Branche und Alter: Gehalt Elektriker, Gehalt Anlagenmechaniker SHK und Gehalt Dachdecker.

Team an der Werkbank in der Werkstatt

Was die Werte bedeuten und was nicht

Alle Zahlen stammen aus dem Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit. Grundlage sind die Meldungen, die jeder Arbeitgeber für seine Beschäftigten an die Sozialversicherung schickt. Es ist also keine Umfrage, bei der jemand sein Gehalt schätzt. Es ist das, was tatsächlich gemeldet wurde. Damit du die Zahlen richtig liest, musst du fünf Dinge wissen.

  • Median heißt Mitte. Die eine Hälfte der Fachkräfte verdient mehr, die andere weniger. Das ist kein Durchschnitt: Ein paar sehr hohe Gehälter ziehen den Median nicht nach oben.
  • Die mittlere Hälfte reicht vom unteren zum oberen Quartil. Ein Viertel verdient weniger als der erste Wert, ein Viertel mehr als der zweite. Zwischen beiden liegt die Hälfte aller Leute in diesem Beruf.
  • Gezählt wird nur Vollzeit, brutto, im Monat. Teilzeitkräfte, Praktikanten und Werkstudenten sind nicht dabei, Auszubildende auch nicht. Die Bundesagentur nennt diese Gruppe die Kerngruppe.
  • Einmalzahlungen sind eingerechnet. Weihnachtsgeld oder eine Prämie stecken anteilig im Monatswert. Die Zahl ist also nicht der Monatslohn aus dem Arbeitsvertrag. Sie ist das, was übers Jahr gemeldet wurde, umgerechnet auf einen Monat.
  • Stichtag ist der 31. Dezember 2025. Wer an diesem Tag beschäftigt war, zählt. Lohnerhöhungen, die 2026 dazugekommen sind, fehlen noch.

Eine Einschränkung wird oft übersehen. Der Entgeltatlas kennt keine einzelnen Berufe, sondern Berufsgattungen. Die Zeile Elektroniker umfasst alle Fachkräfte der Bauelektrik. Dabei ist egal, ob sie Häuser installieren oder in einem Industriebetrieb arbeiten. Die Nummer in Klammern ist der Schlüssel dieser Gattung.

Mindestlohn und Branchenmindestlöhne

Der gesetzliche Mindestlohn beträgt seit dem 1. Januar 2026 13,90 € brutto je Stunde, ab dem 1. Januar 2027 sind es 14,60 €. Er gilt für alle Beschäftigten, egal in welcher Branche.

Wichtiger sind die Branchenmindestlöhne. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales kann einen Tarifvertrag per Verordnung verbindlich machen. Dann gilt er für alle Betriebe einer Branche, auch ohne Verband. In den Gewerken dieser Tabelle gibt es das derzeit an zwei Stellen:

Branchenmindestlöhne im Handwerk, brutto je Stunde, Stand 13.10.2026
GewerkGilt fürBetragGültig bis
DachdeckerUngelernte (Mindestlohn 1)14,96 € ab 01.01.202631.12.2028
DachdeckerGesellen (Mindestlohn 2)16,60 € ab 01.01.2026, 17,10 € ab 01.01.2027, 17,60 € ab 01.01.202831.12.2028
Maler und LackiererGesellen16,13 € ab 01.07.202630.06.2027
13. Dachdeckerarbeitsbedingungenverordnung mit TV Mindestlohn vom 2. Oktober 2025, § 2; 12. Malerarbeitsbedingungenverordnung mit TV Mindestlohn vom 28. April 2025, § 2; beide auf gesetze-im-internet.de, abgerufen am 13.10.2026

Für Elektro, SHK und die übrigen Berufe der Tabelle gibt es keine solche Verordnung. Das zeigt die amtliche Sammlung der Bundesgesetze und Verordnungen. Dort gilt als Untergrenze der gesetzliche Mindestlohn. Vielleicht gilt für deinen Betrieb trotzdem ein Tarifvertrag. Etwa weil du in der Innung bist oder ihn im Vertrag vereinbart hast. Das klärt deine Innung oder dein Steuerberater.

Hinweis

Das ist keine Rechtsberatung. Ob ein Branchenmindestlohn für dich gilt, hängt am fachlichen Geltungsbereich des Tarifvertrags. Und daran, womit dein Betrieb überwiegend sein Geld verdient.

Unterschiede nach Region

Der Bundeswert ist eine Mitte über ganz Deutschland. In deiner Gegend kann er deutlich anders aussehen. Die Tabelle zeigt drei Länder für die drei Berufe mit eigenem Ratgeber. Erstens das Bundesland mit dem höchsten Wert. Zweitens Nordrhein-Westfalen als größten Markt. Drittens Sachsen als das Land mit dem niedrigsten Wert.

Medianentgelt nach Bundesland, Fachkraft, Vollzeit, brutto im Monat
BerufBaden-WürttembergNordrhein-WestfalenSachsenAbstand oben zu unten
Elektroniker4.306 €4.050 €3.327 €979 €
Anlagenmechaniker SHK4.293 €4.066 €3.199 €1.094 €
Dachdecker3.925 €4.029 €3.095 €934 €
Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas, Berufsgattungen 26212, 34212 und 32142, alle Wirtschaftszweige, Stichtag 31.12.2025

Zwischen dem besten westdeutschen Land und Sachsen liegen in allen drei Berufen 900 bis 1.100 € im Monat. Aufs Jahr gerechnet ist das mehr als ein Viertel eines Jahresgehalts in Sachsen. Beim Dachdecker liegt Nordrhein-Westfalen vor Baden-Württemberg. Bei Elektro und SHK ist es umgekehrt. Für kleinere Gebiete veröffentlicht die Bundesagentur Werte nur, wenn dort mindestens 500 Menschen im Beruf arbeiten. Für Elektroniker und Anlagenmechaniker gibt es deshalb Zahlen für Großstädte wie Köln, Stuttgart oder Leipzig, für Dachdecker nicht.

Handwerk gegen Industrie: Unterschiede nach Branche

Der Entgeltatlas teilt die Arbeitgeber grob nach Wirtschaftszweig ein. Elektro- und SHK-Installation gehören dort zur Bauinstallation und damit zum Baugewerbe. Ein Handwerksbetrieb, der Häuser installiert, deckt oder mauert, steht deshalb in der Spalte Baugewerbe. Die Industrie steht daneben. Der Vergleich zeigt, wer dir die Leute am stärksten streitig macht.

Medianentgelt nach Wirtschaftszweig, Fachkraft, Vollzeit, brutto im Monat, Deutschland
BerufBaugewerbeIndustrie (ohne Bau)Unterschied
Elektroniker3.683 €4.587 €904 €
Anlagenmechaniker SHK3.828 €4.783 €955 €
Rohrleitungsbauer3.932 €4.799 €867 €
Maurer3.873 €4.365 €492 €
Maler und Lackierer3.308 €3.833 €525 €
Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas, Wirtschaftszweige Baugewerbe sowie produzierendes Gewerbe ohne Bau, Stichtag 31.12.2025

Für Elektroniker und Anlagenmechaniker zahlt die Industrie in der Mitte rund 900 € mehr im Monat. Deshalb wechseln viele Gesellen nach ein paar Jahren in die Haustechnik einer Fabrik. Beim Dachdecker gibt es das nicht: 38.390 der 39.395 Dachdecker arbeiten im Baugewerbe. Um einen Dachdecker konkurrierst du mit dem Dachdecker im Nachbarort.

Was du aus den Zahlen machst

Die Zahlen sagen dir nicht, was du zahlen musst. Sie sagen dir, wo du mit deinem Angebot stehst. Daraus folgen vier Schritte.

  1. Nimm den Wert deines Bundeslandes, nicht den Bundeswert. In Sachsen liegt ein Anlagenmechaniker mit 3.199 € in der Mitte, in Baden-Württemberg mit 4.293 €. Wer in Stuttgart mit dem Bundeswert rechnet, bietet zu wenig. Wer in Leipzig damit rechnet, überzahlt womöglich.
  2. Vergleiche mit dem richtigen Wettbewerber. Wenn in deiner Gegend große Industriebetriebe sitzen, ist deren Wert dein Maßstab, nicht der des Baugewerbes. Den Abstand schließt du selten nur mit Geld. Du schließt ihn mit dem, was die Industrie nicht bietet.
  3. Entscheide, wo du in der Spanne stehen willst. Wer am unteren Quartil anbietet, gewinnt nur Leute, die woanders keinen Platz finden. Willst du jemanden aus einer festen Stelle holen, musst du meist mehr zahlen, als er heute verdient. Oder du bietest etwas, das ihm mehr wert ist als die Differenz.
  4. Schreib eine Zahl in die Anzeige. Eine Spanne in der Stellenanzeige spart dir Gespräche mit Leuten, denen dein Angebot ohnehin zu niedrig ist. Wie du die Anzeige aufbaust, steht im Ratgeber Stellenanzeige im Handwerk.

Eine Grenze haben alle diese Zahlen. Sie beschreiben, was Menschen mit einer Stelle verdienen. Die Fachkräfte, die du suchst, sind genau diese Menschen. Die meisten von ihnen suchen nicht. Deshalb lesen sie keine Anzeige, egal wie gut das Gehalt ist. Wie man sie trotzdem erreicht, erklärt die Seite zum Social Recruiting.

Was neben dem Gehalt zählt

Das Gehalt entscheidet zuerst, aber selten zuletzt. Wer wechselt, vergleicht zuerst die Zahl. Wer bleibt, bleibt meist aus anderen Gründen. Dazu zählen eine kurze Anfahrt, ein fester Kollege und ein Chef, der zuhört. Dazu zählen auch Werkzeug, das funktioniert, und eine planbare Woche.

Gerade gegen die Industrie ist das deine Stärke. Ein Handwerksbetrieb bietet eigene Baustellen statt eines Platzes am Band. Er bietet kurze Wege in der Firma und Entscheidungen am selben Tag. Wie du Leute hältst, wenn sie einmal da sind, steht im Ratgeber Mitarbeiterbindung im Handwerk. Du willst die Suche abgeben? Rheinwerk Personal spricht für dich Fachkräfte an, die nicht aktiv suchen. Das passiert im Umkreis von 25 Kilometern und in deinem Namen. Sehen wir in deiner Region kein Potenzial, sagen wir dir das, bevor du Geld ausgibst. Das erste Gespräch ist kostenlos und dauert 15 Minuten: Jetzt Mitarbeiter finden.

Häufige Fragen

Warum stimmen die Zahlen nicht mit dem überein, was ich meinen Leuten zahle?

Der Entgeltatlas zählt alles, was übers Jahr gemeldet wurde, auch Weihnachtsgeld. Das rechnet er auf einen Monat um. Der Monatslohn im Vertrag ist deshalb oft niedriger. Und der Bundeswert passt selten genau auf deinen Landkreis.

Muss ich den Median zahlen, um überhaupt jemanden zu finden?

Nein, aber du musst wissen, gegen wen du antrittst. Mit einem Angebot im unteren Viertel erreichst du vor allem Leute ohne andere Wahl. Für einen erfahrenen Gesellen aus fester Stelle musst du mehr bieten, als er heute verdient. Oder Gründe, die ihm mehr wert sind als die Differenz.

Gilt für meinen Betrieb ein Branchenmindestlohn?

Im Dachdecker- und im Malerhandwerk ja, für alle Betriebe im Geltungsbereich, auch ohne Innung. Für Elektro und SHK haben wir keinen gefunden. Im Zweifel fragst du deine Innung. Das ist keine Rechtsberatung.

Wie aktuell sind die Werte?

Stichtag ist der 31. Dezember 2025, der Entgeltatlas wird einmal im Jahr neu. Tariferhöhungen aus 2026 fehlen darin noch. Rechne für dein Angebot also eher etwas drauf als ab.

Quellen

Jede Zahl auf dieser Seite hat eine Quelle. Hier steht, welche, mit Stand.

  1. Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas (Medianentgelt und Quartile je Berufsgattung, Region und Wirtschaftszweig), Stand 31.12.2025
  2. Bundesagentur für Arbeit, Hilfe zum Entgeltatlas (Kerngruppe, Stichtag, Einmalzahlungen, Beitragsbemessungsgrenze, Regionen), Stand 13.10.2026
  3. Fünfte Mindestlohnanpassungsverordnung (MiLoV5), § 1, Stand 13.10.2026
  4. TV Mindestlohn im Dachdeckerhandwerk vom 2. Oktober 2025 (Anlage zur 13. DachdArbbV), § 2, Stand 13.10.2026
  5. TV Mindestlohn im Maler- und Lackiererhandwerk vom 28. April 2025 (Anlage zur 12. MalerArbbV), § 2, Stand 13.10.2026
  6. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Verzeichnis der Wirtschaftszweige im Ausbaugewerbe (WZ 2008, 43.21 und 43.22), Stand 13.10.2026

Der nächste Schritt

Sag uns, wen du suchst.

Wir prüfen deine Region, dein Angebot und den Arbeitsmarkt. Dann sagen wir dir ehrlich, ob wir dir helfen können. Auch wenn die Antwort nein lautet.

In 60 Sekunden angefragt. Kostenlos und unverbindlich.