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Ein Elektro-Team zieht Kabel in einem Rohbau

Ratgeber · Kosten

Gehalt Elektriker 2026: was du zahlen musst, um zu gewinnen

Suchst du einen Elektroniker, trittst du nicht nur gegen den Betrieb im Nachbarort an. Du trittst auch gegen die Industrie, die Stadtwerke und die Haustechnik der Krankenhäuser an. Hier steht, was diese Arbeitgeber zahlen. Du siehst, wo in Deutschland am meisten gezahlt wird. Und was das für dein Angebot heißt.

Fachlich geprüft von Jan-Luka Koch, Strategieberatung
Stand

Was ein Elektroniker in der Mitte verdient

Der Wert gilt für die Berufsgattung Bauelektrik, Anforderungsniveau Fachkraft. Dorthin ordnet die Bundesagentur den Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik ein. Das ist der Geselle, der Häuser, Gewerbe und Anlagen installiert. Bundesweit sind es 169.830 Vollzeitbeschäftigte. Die Gruppe ist groß. Deshalb sind die Zahlen auch für einzelne Länder und Großstädte belastbar.

Bruttomonatsentgelt Elektroniker, Bauelektrik, Fachkraft, Vollzeit, Deutschland
WertBetragWas er heißt
Unteres Viertel3.335 €Ein Viertel verdient weniger
Mitte (Median)3.935 €Die Hälfte verdient mehr, die Hälfte weniger
Oberes Viertel4.738 €Ein Viertel verdient mehr
Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas, Berufsgattung 26212 Berufe in der Bauelektrik, Fachkraft, alle Wirtschaftszweige, Stichtag 31.12.2025

Zwischen dem unteren und dem oberen Viertel liegen 1.403 € im Monat. Das ist eine weite Spanne für einen Beruf mit demselben Gesellenbrief. Die Spanne hängt vor allem an zwei Dingen: wo jemand arbeitet und für wen. Beides steht in den nächsten Abschnitten. Was der Entgeltatlas zählt und was nicht, erklärt der Überblick Gehälter im Handwerk.

Drei Elektroniker im Schaltanlagenbau

Gehalt nach Bundesland und Großstadt

Medianentgelt Elektroniker nach Bundesland, Fachkraft, Vollzeit, brutto im Monat
BundeslandMitteMittlere Hälfte
Baden-Württemberg4.306 €3.683 bis 5.136 €
Nordrhein-Westfalen4.050 €3.457 bis 4.939 €
Bremen4.020 €3.410 bis 5.056 €
Bayern4.006 €3.407 bis 4.759 €
Hessen3.992 €3.385 bis 4.797 €
Hamburg3.988 €3.420 bis 4.740 €
Saarland3.968 €3.245 bis 4.843 €
Rheinland-Pfalz3.965 €3.362 bis 4.825 €
Niedersachsen3.941 €3.358 bis 4.754 €
Schleswig-Holstein3.796 €3.310 bis 4.490 €
Berlin3.760 €3.217 bis 4.406 €
Brandenburg3.518 €3.087 bis 4.179 €
Sachsen-Anhalt3.511 €3.054 bis 4.164 €
Mecklenburg-Vorpommern3.443 €3.017 bis 4.095 €
Thüringen3.432 €3.009 bis 3.979 €
Sachsen3.327 €2.930 bis 3.887 €
Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas, Berufsgattung 26212, Fachkraft, alle Wirtschaftszweige, Stichtag 31.12.2025

Baden-Württemberg liegt mit 4.306 € allein an der Spitze, fast 260 € vor Nordrhein-Westfalen. Danach folgen acht westdeutsche Länder, die nur 109 € auseinanderliegen. Der eigentliche Unterschied liegt zwischen West und Ost: Sachsen liegt 979 € unter Baden-Württemberg. Wer in Dresden einen Elektroniker sucht, rechnet also mit anderen Zahlen als jemand in Ulm.

Noch deutlicher wird es in den Großstädten. Stuttgart kommt auf 4.559 €, Köln auf 4.312 €, München auf 4.268 € und Düsseldorf auf 4.169 €. Leipzig liegt mit 3.209 € sogar unter dem Wert für ganz Sachsen. Zwischen Stuttgart und Leipzig liegen 1.350 € im Monat für denselben Beruf.

Warum der Wert für die Stadt für dich zu hoch ist

In Köln liegt die Mitte über alle Arbeitgeber bei 4.312 €. Nimmt man nur Betriebe des Baugewerbes, sind es 3.795 €, also 517 € weniger. Der hohe Stadtwert kommt zu einem großen Teil von Industrie, Versorgern und Verwaltung. In Düsseldorf ist es ähnlich: 4.169 € über alle, 3.715 € im Baugewerbe. Für einen Elektrobetrieb zählt der Wert im Baugewerbe. Der Gesamtwert zeigt, wohin seine Leute wechseln können.

Was Handwerk, Industrie und öffentlicher Dienst zahlen

Medianentgelt Elektroniker nach Wirtschaftszweig, Fachkraft, Vollzeit, Deutschland
WirtschaftszweigBeschäftigteMitteMittlere Hälfte
Öffentliche Verwaltung, Schulen, Gesundheit, Soziales7.5204.630 €4.182 bis 5.269 €
Industrie (produzierendes Gewerbe ohne Bau)45.3284.587 €3.798 bis 5.621 €
Handel, Verkehr, Lagerei, Gastgewerbe8.3814.023 €3.394 bis 4.770 €
Baugewerbe92.0003.683 €3.209 bis 4.276 €
Wirtschaftliche Dienstleistungen12.2313.639 €3.035 bis 4.467 €
Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas, Berufsgattung 26212, Fachkraft, Deutschland, Stichtag 31.12.2025

Mehr als die Hälfte aller Elektroniker arbeitet im Baugewerbe. Genau dort wird am wenigsten gezahlt. Die Industrie liegt in der Mitte 904 € darüber, der öffentliche Dienst 947 €. Das spürt jeder Elektrobetrieb. Ein Geselle wechselt nach fünf Jahren Baustelle in die Instandhaltung einer Fabrik oder in die Haustechnik einer Klinik. Dort bekommt er in der Mitte 900 bis 950 € mehr.

Gleichzeitig ist die Spanne im Baugewerbe am engsten. Zwischen unterem und oberem Viertel liegen dort 1.067 €, in der Industrie 1.823 €. Ein Handwerksbetrieb kann sein Angebot ans obere Viertel des Baugewerbes legen, also um 4.276 €. Dann ist er in seiner Branche weit vorne. Trotzdem liegt er noch unter der Mitte der Industrie.

Gehalt nach Alter und Abschluss

Nach Berufsjahren wertet der Entgeltatlas nicht aus, wohl aber nach Alter. Das misst die Erfahrung nicht genau. Es zeigt aber den Verlauf.

  • Unter 25 Jahren: 3.362 € in der Mitte. Das sind die jungen Gesellen in den ersten Jahren nach der Prüfung.
  • 25 bis unter 55 Jahre: 4.006 €, also gut 640 € mehr als die Jüngsten.
  • Ab 55 Jahren: 4.088 €. Nach dem 25. Lebensjahr kommen in drei Jahrzehnten im Mittel nur noch gut 80 € dazu.

Der große Sprung im Elektroberuf kommt nicht mit dem Alter, sondern mit dem Meister. Elektrotechnikermeister verdienen bundesweit in der Mitte 5.744 €, im Baugewerbe 5.180 €. Gegenüber dem Gesellen im Baugewerbe sind das 1.497 € mehr im Monat. Was ein Meister im Betrieb leistet, steht auf der Seite Elektromeister finden. Dort steht auch, warum er für die Eintragung in die Handwerksrolle zählt.

Einen eigenen Wert für Obermonteure oder Vorarbeiter nennt der Entgeltatlas nicht. Orientier dich dann am Gesellen- und am Meisterwert. Wo die Stelle dazwischen liegt, hängt an der Verantwortung, die du übergibst.

Tarif und Mindestlohn im Elektrohandwerk

Einen bundesweit verbindlichen Branchenmindestlohn für das Elektrohandwerk haben wir in der amtlichen Sammlung der Verordnungen nicht gefunden (Stand 13.10.2026). Für Betriebe ohne Tarifbindung gilt deshalb der gesetzliche Mindestlohn als Untergrenze. Er liegt bei 13,90 € je Stunde seit dem 1. Januar 2026, bei 14,60 € ab dem 1. Januar 2027. Für einen Gesellen spielt diese Zahl am Markt keine Rolle. Selbst das untere Viertel in Sachsen liegt bei 2.930 € im Monat.

Ob für deinen Betrieb ein Tarifvertrag gilt und welche Lohngruppe ein Geselle dann hat, klärt deine Innung. Für die Suche zählt vor allem eins: Bewerber vergleichen nicht mit dem Tarif. Sie vergleichen mit dem, was der Kollege beim Nachbarn oder in der Industrie bekommt.

Hinweis

Das ist keine Rechtsberatung. Ob dein Betrieb tarifgebunden ist, hängt an deiner Mitgliedschaft im Arbeitgeberverband. Oder an dem, was du im Arbeitsvertrag vereinbart hast.

Was du bieten musst, um Elektriker zu gewinnen

Eine Zahl, ab der jeder Elektroniker kommt, gibt es nicht. Wer dir eine nennt, kennt weder deine Region noch deinen Wettbewerber. Die Zahlen oben zeigen aber zwei Dinge. Wo du nicht landen darfst. Und wo du mit Geld allein nicht gewinnst.

  1. Vergleich dein Angebot mit dem Wert im Baugewerbe deines Bundeslandes. Liegst du darunter, gewinnt der Betrieb im Nachbarort, noch bevor es ein Gespräch gibt.
  2. Schau, wer bei dir in der Gegend sonst Elektroniker beschäftigt. Sitzt dort ein großer Industriebetrieb oder ein Klinikum, vergleichen deine Leute dich mit dessen Gehalt.
  3. Mach den Abstand zur Industrie mit dem wett, was sie nicht hat. Eigene Baustellen statt Zuarbeit in der Instandhaltung. Ein Chef, den man kennt. Werkzeug und Fahrzeug, die funktionieren. Feierabend ohne Schichtplan. Mit diesen Argumenten sprechen wir Elektroniker an, die heute woanders angestellt sind.
  4. Zeig den Weg zum Meister. Rund 1.500 € mehr im Monat sind für viele der Grund, im Handwerk zu bleiben. Unterstütz die Weiterbildung und biete danach eine passende Aufgabe an. Das hält Leute länger als jede Zulage.
  5. Schreib das Gehalt in die Anzeige. Mit einer Spanne melden sich die nicht, denen dein Angebot zu niedrig ist. Das spart dir Gespräche.

Wie knapp Elektroniker wirklich sind und wo wir sie suchen, steht auf der Seite für Elektrobetriebe. Willst du die Suche abgeben? Wir sprechen Elektroniker an, die nicht aktiv suchen. Das passiert im Umkreis von 25 Kilometern um deinen Betrieb und in deinem Namen. Vorher prüfen wir, ob dein Angebot in deiner Region reicht. Wenn nicht, sagen wir es dir.

Häufige Fragen

Was verdient ein Elektriker 2026 netto?

Das hängt an Steuerklasse, Kirchensteuer und Krankenkasse. Deshalb nennen wir keinen Nettowert. Der Entgeltatlas nennt Brutto: 3.935 € im Monat in der Mitte, Vollzeit, bundesweit.

Die Industrie zahlt gut 900 € mehr. Wie soll ich da mithalten?

Beim Grundgehalt meistens gar nicht, und das musst du auch nicht. Du gewinnst die Leute, denen anderes wichtiger ist: abwechslungsreiche Baustellen, kurze Wege, früh Verantwortung. Im Baugewerbe sollte dein Angebot aber vorne liegen, eher am oberen Viertel als an der Mitte.

Lohnt es sich, in der Anzeige mit dem Bundeswert zu werben?

Nur, wenn er zu deiner Region passt. In Baden-Württemberg liegt die Mitte bei 4.306 €, in Sachsen bei 3.327 €. Wer in Stuttgart mit 3.935 € wirbt, wirkt knausrig. Wer in Leipzig damit wirbt, verspricht vielleicht mehr, als er im Vergleich zu seinen anderen Leuten zahlen kann.

Warum unterscheiden sich die Zahlen von Gehaltsportalen?

Viele Gehaltsportale beruhen auf freiwilligen Angaben. Der Entgeltatlas beruht auf den Meldungen der Arbeitgeber an die Sozialversicherung, für alle Vollzeitbeschäftigten. Bei fast 170.000 Beschäftigten ist das die verlässlichere Zahl.

Quellen

Jede Zahl auf dieser Seite hat eine Quelle. Hier steht, welche, mit Stand.

  1. Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas, Berufsgattung 26212 Berufe in der Bauelektrik, nach Region, Wirtschaftszweig und Alter, Stand 31.12.2025
  2. Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas, Berufsgattung 26393, Elektrotechnikermeister/in, Stand 31.12.2025
  3. Bundesagentur für Arbeit, Hilfe zum Entgeltatlas, Stand 13.10.2026
  4. Fünfte Mindestlohnanpassungsverordnung (MiLoV5), § 1, Stand 13.10.2026
  5. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Verzeichnis der Wirtschaftszweige im Ausbaugewerbe (WZ 2008, 43.21 Elektroinstallation), Stand 13.10.2026

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