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Elektrikerin zeigt einem Auszubildenden einen Verteiler

Ratgeber · Personal finden

Elektriker finden: so gewinnst du 2026 Elektroniker für deinen Betrieb

Die Bauelektrik gehört zu den knappsten Berufen im Handwerk. Hier steht, warum das so ist und welche Wege zu neuen Elektronikern führen. Du erfährst, was in dein Angebot gehört und wann du die Suche besser abgibst.

Fachlich geprüft von Jan-Luka Koch, Strategieberatung
Stand

Warum sind Elektriker so schwer zu finden?

Weil es zu wenige gibt und fast alle schon arbeiten. Die Bundesagentur für Arbeit bewertet jeden Beruf auf einer Skala bis 3. Ab 2,0 gilt er als Engpassberuf. Die Bauelektrik, also der Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, kommt auf 2,7. Das ist einer der höchsten Werte im ganzen Handwerk.

Wie knapp Elektriker sind: Kennzahlen zur Bauelektrik
KennzahlWertQuelleStand
Engpasswert (Skala bis 3)2,7Bundesagentur für Arbeit, Fachkräfteengpassanalyse, Berufsuntergruppe 262112/2025
Vakanzzeit, Median109 TageBundesagentur für Arbeit, Fachkräfteengpassanalyse, Berufsuntergruppe 262112/2025
Fehlende Fachkräfte auf Gesellenebene16.270KOFA Kompakt 7/2026, IW-Fachkräftedatenbank06/2026
Offene Stellen, die rechnerisch niemand besetzen kannmehr als sieben von zehnKOFA Kompakt 7/202606/2026
Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Fachkräfteengpassanalyse, Anforderungsniveau Fachkräfte, Stand 12/2025; KOFA Kompakt 7/2026, Stand 06/2026

Die 16.270 sind auf Gesellenebene die größte Lücke aller Handwerksberufe, noch vor der Kfz-Technik und vor Sanitär, Heizung, Klima. 2025 ließen sich mehr als sieben von zehn offenen Stellen in der Bauelektrik rechnerisch nicht besetzen. Es gab dafür keinen passend ausgebildeten Arbeitslosen. Wer heute einen Elektroniker einstellt, holt ihn also fast immer aus einem anderen Betrieb.

Dazu kommt eine Konkurrenz, die viele Elektrobetriebe unterschätzen: die Industrie. Mehr als die Hälfte der Elektroniker arbeitet im Baugewerbe, zu dem das Elektrohandwerk zählt. Wer in die Instandhaltung einer Fabrik wechselt, verdient dort in der Mitte 4.587 € im Monat statt 3.683 €. Das sind 904 € Abstand. Du konkurrierst also nicht nur mit dem Betrieb im Nachbarort. Du konkurrierst auch mit der Fabrik am Stadtrand.

Was 109 Tage für deinen Kalender heißen

Die Bundesagentur zählt erst ab dem gewünschten Starttermin. Die Zeit, bis die Anzeige steht, zählt sie nicht mit. Die Kündigungsfrist deines neuen Mitarbeiters auch nicht. Wer im Frühjahr merkt, dass für die Baustellen im Herbst ein Monteur fehlt, sucht schon spät. Wo die Wochen genau verloren gehen, steht im Ratgeber wie lange eine Stellenbesetzung dauert.

Elektroniker misst am Verteiler

Welchen Elektriker brauchst du eigentlich?

„Elektriker gesucht“ steht in vielen Anzeigen. Gemeint sind sehr verschiedene Stellen. Je genauer du die Rolle festlegst, desto kleiner und genauer wird der Kreis, den du ansprichst. Und desto eher merkst du, wo du die Anforderung lockern kannst.

  • Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik in der Montage. Installation im Wohn- und Gewerbebau, Neubau und Sanierung. Die größte Gruppe und trotzdem die mit der größten Lücke.
  • Kundendiensttechniker. Störungen und Wartung beim Kunden, oft mit Bereitschaft. Du brauchst jemanden, der allein an einer fremden Anlage den Fehler findet.
  • Obermonteur. Führt die Kolonne auf der Baustelle, disponiert Material, spricht mit Bauleitung und Kunde. Meistens ein erfahrener Geselle, der den nächsten Schritt will.
  • Elektromeister. Als Betriebsleiter trägt er in vielen Betrieben die Eintragung in die Handwerksrolle. Fällt er weg, ist das mehr als eine offene Stelle. Was dabei zu beachten ist, steht auf der Seite Elektromeister finden.
  • Fachkraft für Photovoltaik, Speicher und Ladetechnik. Als fertig ausgebildete Fachkraft kaum zu bekommen. Was funktioniert: ein Elektroniker aus der Gebäudetechnik, der die Anlagentechnik bei dir dazulernt.

Zwei Fragen vergrößern den Kreis oft deutlich. Erstens: Brauchst du wirklich jemanden mit Schaltberechtigung, oder reicht eine Schulung im ersten Jahr? Wer die Berechtigung hat, hat sie meist vom Arbeitgeber bezahlt bekommen. Er ist dort fest eingebunden. Zweitens: Passt ein Elektroniker für Betriebstechnik aus der Industrie? Manche wollen zurück ins Handwerk, etwa weil sie keine Schicht mehr wollen. Für die Montage im Gebäude muss er sich einarbeiten. Für Messen, Prüfen und Fehlersuche bringt er viel mit.

Welche Wege führen zu neuen Elektrikern?

Sechs Wege führen zu neuen Elektronikern. Sie unterscheiden sich vor allem darin, wen sie erreichen. Manche erreichen nur Leute, die gerade suchen. Andere auch die vielen, die zufrieden sind und keine Anzeige lesen. Für die Dauer gibt es keine belastbare Zahl je Weg. Die Tabelle beschreibt deshalb, wovon sie abhängt, nicht wie viele Tage es sind.

Sechs Wege, Elektriker einzustellen, im Vergleich
WegDein AufwandWovon die Dauer abhängtEignet sich für
Stellenanzeige und Jobbörsegeringob gerade jemand sucht; in der Bauelektrik ungewissHelfer, Gesellen in Ballungsräumen, als Grundlage neben anderen Wegen
Arbeitsagenturgering, kostenfreiwie viele passend Gemeldete es in deiner Gegend gibt; bei mehr als sieben von zehn unbesetzbaren Stellen wenigeHelfer, Wiedereinsteiger
Empfehlung aus dem Teamgering, eine PrämieGröße und Stimmung deines Teamsjede Stelle, wenn deine Leute gern bei dir arbeiten
Social Recruitinghoch, wenn du es selbst machstWerbebudget, Bildern aus deinem Betrieb und wie schnell jemand nachtelefoniertGesellen und Monteure im Umkreis, die nicht aktiv suchen
Direktansprachehoch, vor allem Zeitwie viele passende Leute es in deiner Region gibtMeister, Obermonteure, Spezialisten mit Schaltberechtigung
Gezielte Mitarbeitersuchegeringdeinem Angebot, deiner Region und dem BerufStellen, die seit Monaten offen sind, und Schlüsselstellen

Im Elektrohandwerk helfen vor allem die drei Wege in der unteren Hälfte, weil die Lücke so groß ist. Eine Anzeige schadet nicht und sollte laufen. Wer nur auf sie setzt, wartet auf die wenigen, die gerade suchen. Um sie konkurrieren alle anderen Elektrobetriebe und die Industrie. Alle zwölf Wege, auch Quereinsteiger und Fachkräfte aus dem Ausland, stehen im Ratgeber Mitarbeiter finden im Handwerk.

Am selben Tag zurückrufen

Ein Elektroniker, der sich meldet, hat bei dieser Lage selten nur ein Gespräch laufen. Ruf am selben Tag zurück und biete in der Woche darauf einen Termin an. Oft bist du schon deshalb vorne. Leg fest, wer im Betrieb Bewerbungen beantwortet, wenn du auf der Baustelle stehst.

Was verdient ein Elektriker 2026?

Ein Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik verdient in Vollzeit in der Mitte 3.935 € brutto im Monat. Ein Viertel liegt unter 3.335 €, ein Viertel über 4.738 €. Für dein Angebot zählt aber weniger der Bundeswert als der Wert deiner Region und deiner Branche.

Bruttomonatsentgelt Elektroniker, Fachkraft, Vollzeit, Median
VergleichMitte
Deutschland, alle Arbeitgeber3.935 €
Deutschland, nur Baugewerbe3.683 €
Deutschland, Industrie4.587 €
Nordrhein-Westfalen, alle Arbeitgeber4.050 €
Düsseldorf, alle Arbeitgeber4.169 €
Düsseldorf, nur Baugewerbe3.715 €
Elektrotechnikermeister, Baugewerbe5.180 €
Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas, Berufsgattungen 26212 Bauelektrik (Fachkraft) und 26393 Elektrotechnikermeister, Stichtag 31.12.2025

Der Bauwert ist der Markt, in dem sich ein Elektrobetrieb bewegt. Der Wert über alle Arbeitgeber zeigt, wohin deine Leute abwandern können. Liegt dein Angebot unter dem Bauwert deiner Gegend, gewinnt der Betrieb nebenan. Dann kommt gar kein Gespräch zustande. Alle Bundesländer, Großstädte und die Unterschiede nach Alter stehen im Ratgeber Gehalt Elektriker.

Gegen die Industrie gewinnst du selten über den Grundlohn. Du gewinnst mit dem, was sie nicht bietet. Eigene Baustellen statt Zuarbeit und kurze Wege. Ein Chef, den man kennt, und Feierabend ohne Schichtplan. Und ein klarer Weg zum Meister. Der Meister bringt im Baugewerbe rund 1.500 € mehr im Monat als der Geselle. Unterstützt du diesen Schritt, hast du ein Argument, das kein Industriebetrieb so bieten kann.

Was gehört ins Stellenangebot für Elektriker?

Ein Elektroniker sucht in einer Anzeige zuerst die Zahlen. Allgemeines wie „attraktive Vergütung“ oder „junges Team“ überspringt er. Diese Punkte gehören hinein, möglichst konkret:

  1. Das Gehalt als Betrag oder Spanne, passend zu deiner Region und nicht zum Bundeswert.
  2. Was gebaut wird: Wohnungsbau, Gewerbe, Industrie, Sanierung im Bestand. Oder Photovoltaik, Ladetechnik, Gebäudesteuerung. Wer Schaltschränke verdrahten will, bewirbt sich nicht auf Altbausanierung.
  3. Ob du eine Schaltberechtigung verlangst oder ob du sie bezahlst. Beides ist ein Argument, nur für verschiedene Leute.
  4. Messen und Prüfen: ob wiederkehrende Prüfungen dazugehören und mit welchen Geräten gearbeitet wird. Ordentliche Messtechnik ist für viele ein Wechselgrund.
  5. Bereitschaft und Notdienst: ob es sie gibt, wie oft, und was sie bringt. Fehlt die Angabe, rechnet der Leser mit dem Schlimmsten.
  6. Einsatzgebiet und Fahrzeiten, Firmenwagen und ob er mit nach Hause darf.
  7. Der Weg nach oben: Obermonteur, Meisterschule, Bauleitung. Und ob du die Weiterbildung bezahlst.

Wie du eine Anzeige Schritt für Schritt aufbaust, steht im Ratgeber Stellenanzeige im Handwerk schreiben. Dort gibt es Muster für Elektro, SHK und Dach. Für Leute, die nicht suchen, gilt dasselbe in kurz: ein Grund zu wechseln, in zwei Sätzen.

Wann lohnt sich eine gezielte Mitarbeitersuche für Elektriker?

Eine gezielte Mitarbeitersuche lohnt sich, wenn die offene Stelle dich mehr kostet als die Suche. Wie du das ausrechnest, zeigt der Ratgeber was eine unbesetzte Stelle kostet. Du rechnest mit deinem Stundenverrechnungssatz und deinen Zuschlägen. Im Elektrohandwerk lohnt sich die Suche oft früher als anderswo. Denn Aufträge für Photovoltaik, Ladetechnik und Sanierung warten.

  • Die gezielte Suche lohnt sich eher, wenn die Stelle seit Monaten offen ist oder ein Meister oder Obermonteur fehlt. Auch wenn du Aufträge absagst. Oder wenn dir die Zeit fehlt, abends Bewerbungen zu sortieren und nachzutelefonieren.
  • Die gezielte Suche lohnt sich eher nicht, wenn du einen Helfer suchst. Den findest du oft über Anzeige und Arbeitsagentur.
  • Die gezielte Suche lohnt sich nicht, wenn dein Gehalt deutlich unter dem Bauwert deiner Region liegt. Und du daran nichts ändern willst. Dann findet auch sie niemanden, der bleibt.
  • Die gezielte Suche lohnt sich auch nicht, wenn sich gerade ein guter Kandidat aus dem Team empfohlen hat. Sprich zuerst mit ihm.

Was die Personalsuche kostet, hängt am Beruf, an deiner Region und daran, wie viele Stellen du besetzen willst. Unter Kosten steht, wovon der Preis abhängt und welche Fragen du jedem Angebot stellen solltest. Wenn wir Potenzial sehen, sagen wir dir eine Einstellungsgarantie schriftlich zu. Nicht jeder Betrieb bekommt sie. Ob sie möglich ist, hängt an deiner Region und am Gehalt. Und daran, was du sonst bietest.

Ein Fall aus der Praxis: POS Service

Ein klassischer Elektrobetrieb ist POS Service aus Warstein und Hagen nicht. Die Stellen ähneln sich aber stark. Der IT-Dienstleister installiert und wartet die Technik ganzer Filialnetze, von der Kasse bis zum Zahlungsterminal. Er hat 21 Servicepunkte bundesweit. Gesucht wurden vor allem Servicetechniker im Außendienst an 14 Standorten. Also Leute, die allein beim Kunden Technik in Betrieb nehmen und Störungen beheben.

  • Vorher rund 12 Bewerbungen im Jahr, im ersten Jahr der Zusammenarbeit knapp über 1.000 (Aussage des Geschäftsführers).
  • 67 Bewerbungen in 14 Tagen auf eine Stelle Servicetechniker Außendienst (gezählt in den Kampagnendaten). Einstellungen sind dort nicht erfasst.

Die Zahlen und die Stellen im Einzelnen stehen auf der Seite POS Service. Ein zweiter Fall aus der Technik ist MINT in Karlsruhe, unter anderem mit Servicetechnikern für Steuerungstechnik. Dort kamen 194 Bewerbungen auf eine Kampagne für den technischen Vertrieb. Wie wir für Elektrobetriebe suchen, steht auf der Seite für Elektrobetriebe.

So arbeiten wir: Wir sprechen Elektroniker an, die nicht aktiv suchen. Das passiert über soziale Netzwerke und direkt, in deinem Namen. Wir suchen im Umkreis von 25 Kilometern um deinen Betrieb. Auf Wunsch rufen wir Bewerber vorab an, als Zusatzleistung. Das erste Gespräch dauert 15 Minuten. Reicht dein Angebot in deiner Region nicht, sagen wir es dir dort.

Häufige Fragen

Wie schnell kann ich einen Elektriker einstellen?

Eine gemeldete Stelle in der Bauelektrik bleibt typischerweise 109 Tage über den Wunschtermin hinaus offen (Median, Stand 12/2025). Danach kommt die Kündigungsfrist: nach § 622 BGB vier Wochen zum 15. oder zum Monatsende, im Arbeitsvertrag oft länger. Frag im ersten Gespräch danach. Das ist keine Rechtsberatung.

Wir brauchen jemanden mit Schaltberechtigung. Wie finde ich den?

Selten über eine Anzeige, denn wer die Berechtigung hat, ist meist fest eingebunden. Du erreichst ihn über direkte Ansprache. Prüf vorher, ob du die Berechtigung ab dem ersten Tag brauchst. Reicht eine Schulung im ersten Jahr, wird der Kreis deutlich größer.

Kann ich einen Elektroniker aus der Industrie zurück ins Handwerk holen?

Ja, aber nicht über das Gehalt: Die Industrie zahlt in der Mitte 4.587 €, das Baugewerbe 3.683 €. Wer zurückwechselt, will kurze Wege, eigene Baustellen und keine Schicht mehr. Genau das muss in deinem Angebot stehen.

Wo finde ich Elektriker für Photovoltaik und Ladetechnik?

Fertig ausgebildete Fachleute nur für dieses Feld gibt es kaum. Such einen Elektroniker aus der Gebäudetechnik, der die Anlagentechnik lernen will. Schreib in die Anzeige, dass du ihn dafür schulst. Sonst melden sich nur die, die es schon können, und das sind zu wenige.

Lohnt sich eine Stellenanzeige für Elektriker überhaupt noch?

Als ein Weg unter mehreren, ja. Sie kostet wenig und erreicht die, die gerade suchen. In der Bauelektrik finden aber mehr als sieben von zehn offenen Stellen rechnerisch niemanden. Deshalb reicht sie allein selten.

Was kostet eine gezielte Mitarbeitersuche für Elektriker?

Das hängt am Beruf, an deiner Region und daran, wie viele Stellen du besetzen willst. Eine feste Zahl für alle Fälle nennen wir deshalb nicht. Du bekommst eine konkrete Summe für deinen Fall, bevor irgendetwas beauftragt ist. Die Anfrage kostet nichts.

Quellen

Jede Zahl auf dieser Seite hat eine Quelle. Hier steht, welche, mit Stand.

  1. Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Fachkräfteengpassanalyse, Berufsuntergruppe 2621 Bauelektrik (Engpasswert, Vakanzzeit als Median), Stand 12/2025
  2. KOFA Kompakt 7/2026: Fachkräftesicherung im Handwerk. Ausbildung zwischen Krise und Renaissance (Institut der deutschen Wirtschaft), Stand 06/2026
  3. Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas, Berufsgattung 26212 Berufe in der Bauelektrik, nach Region und Wirtschaftszweig, Stand 31.12.2025
  4. Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas, Berufsgattung 26393, Elektrotechnikermeister/in, Stand 31.12.2025
  5. § 622 BGB, Kündigungsfristen bei Arbeitsverhältnissen, Stand 13.10.2026

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