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Kfz-Meister bespricht mit einem Mechatroniker einen Auftrag am Tablet

Ratgeber · Personal finden

Kfz-Mechatroniker finden: Wie Werkstatt und Autohaus 2026 Leute gewinnen

Die Bühnen stehen leer, und die Termine schieben sich in die nächste Woche. Auf die Anzeige meldet sich niemand, der ein Fahrzeug zerlegen kann. Hier steht, wohin die Mechatroniker gehen und womit eine Werkstatt trotzdem gewinnt. Du erfährst auch, was in dein Angebot gehört.

Fachlich geprüft von Sascha Kruse, Strategieberatung
Stand

Warum suchen Werkstätten so lange?

Der Beruf ist groß, und trotzdem fehlen Leute. Bundesweit arbeiten 246.723 Kfz-Mechatroniker als Fachkraft in Vollzeit (Entgeltatlas, Stand 12/2025). Laut Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung fehlen 2025 in der Kraftfahrzeugtechnik 13.327 Fachkräfte. Gemeint sind offene Stellen, für die es keinen passend ausgebildeten Arbeitslosen gibt. Nur in der Bauelektrik ist die Lücke größer.

Vakanzzeit Kraftfahrzeugtechnik, Fachkräfte, Median in Tagen
JahrTage offenEinstufung der Bundesagentur
2019111Engpassberuf
2020106Engpassberuf
202186Engpassberuf
2022131Engpassberuf
2023141Engpassberuf
2024141Engpassberuf
2025118Engpassberuf
Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Fachkräfteengpassanalyse und Zeitreihe, Berufsuntergruppe 2521 Berufe in der Kraftfahrzeugtechnik, Anforderungsniveau Fachkräfte, abgeschlossene Vakanzzeit (Median), Datenbestand abgerufen am 13.10.2026

2025 steht der Beruf auf der Engpass-Skala bei 2,5 von 3. Ab 2,0 gilt ein Beruf als Engpass. Die Vakanzzeit ist gegenüber den beiden Vorjahren gesunken. Sie liegt aber immer noch bei knapp vier Monaten über den Wunschtermin hinaus. Gezählt wird erst ab dem Tag, an dem der Neue hätte anfangen sollen. Nicht ab dem Tag, an dem du die Anzeige schaltest.

Am Nachwuchs liegt es nicht allein. 24.531 junge Leute haben 2025 eine Kfz-Lehre begonnen, mehr als in jedem anderen Ausbildungsberuf (Bundesinstitut für Berufsbildung). Die Herausforderung kommt nach der Prüfung. Viele wechseln nach einigen Jahren den Arbeitgeber oder die Branche. Eine belastbare Zahl dazu gibt es nicht. Unsere Erfahrung aus der Suche: Sie gehen häufig dorthin, wo mehr gezahlt wird.

Arbeit am Unterboden auf der Hebebühne

Wohin Kfz-Mechatroniker wechseln

Bruttomonatsentgelt Kfz-Mechatroniker nach Wirtschaftsbereich, Fachkraft, Vollzeit
Wo sie arbeitenMitte (Median)Beschäftigte
Werkstatt und Autohaus (Handel, Verkehr, Lagerei, Gastgewerbe)3.466 €169.912
Wirtschaftliche Dienstleistungen4.020 €8.769
Öffentliche Verwaltung und öffentliche Dienste4.432 €4.454
Industrie (produzierendes Gewerbe ohne Bau)4.945 €58.343
Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas, Berufsgattung 25212 Berufe in der Kraftfahrzeugtechnik, Fachkraft, bundesweit, Stichtag 31.12.2025, abgerufen am 13.10.2026

In Werkstatt und Autohaus liegt ein Viertel unter 2.937 €, ein Viertel über 4.134 €. Der oft zitierte Wert von 3.755 € gilt für den ganzen Beruf und enthält die Industrie. Wer mit ihm rechnet, verspricht ein Gehalt, das kaum eine Werkstatt zahlt. Oder er wundert sich, warum sein Angebot unter dem Durchschnitt liegt. Dabei ist es für eine Werkstatt ordentlich.

Gegen die Industrie gewinnst du beim Geld nicht. Du gewinnst mit dem, was sie nicht hat. Ein ganzes Fahrzeug statt eines Handgriffs am Band. Fehlersuche statt Takt. Einen Meister, der dich kennt. Wer in die Produktion will, geht dorthin. Wer in der Werkstatt bleibt, bleibt aus diesen Gründen. Genau damit sprichst du ihn an.

Welche Wege bringen Werkstätten Mechatroniker?

Die Tabelle ist eine Einschätzung aus der Praxis, keine Messung. Für Erfolgsquoten je Weg gibt es keine belastbare Quelle. Deshalb steht hier keine Zahl.

Wege zum Kfz-Mechatroniker im Vergleich
WegAufwandEignung für Werkstatt und Autohaus
Anzeige und Jobbörsengering bis mittelerreicht Suchende; in Ballungsräumen stehst du neben vielen anderen Werkstätten
Arbeitsagenturgering, kostenfreiWiedereinsteiger und Helfer für Reifen und Aufbereitung
Eigene Azubis übernehmenhoch, über Jahreder beste Weg, wenn du sie danach hältst
Empfehlung aus der Werkstattgering, Prämiegut, Mechatroniker kennen sich aus Berufsschule und Lehrgängen
Ansprache über soziale Netzwerkehoch, wenn selbst gemachterreicht Gesellen, die nicht suchen, im Umkreis
DirektansprachehochDiagnosespezialisten, Hochvolt-Fachkräfte, Werkstattmeister
Gezielte MitarbeitersuchegeringStellen, die seit Monaten offen sind, und Schlüsselstellen

Ein Fehler kostet Werkstätten besonders oft die Stelle: Mechatroniker und Serviceberater mit einer Anzeige zu suchen. Wer an der Annahme steht, bewirbt sich nicht auf eine Bühne. Das gilt auch umgekehrt. Such beide getrennt, mit eigenem Text. Wie die Ansprache über Facebook und Instagram läuft, steht auf der Seite Social Recruiting. Wie wir einzelne Spezialisten ansprechen, steht auf Direktansprache.

Hochvolt: die Qualifikation, die entscheidet

Wer an Elektro- oder Hybridfahrzeugen arbeitet, sollte nach der DGUV Information 209-093 qualifiziert sein. Sie heißt „Qualifizierung für Arbeiten an Fahrzeugen mit Hochvoltsystemen“ (Ausgabe August 2021). Die Information beschreibt ein Stufenmodell auch für den Servicebereich und führt die Fachkundige Person Hochvolt ein. Viele Werkstätten setzen an Hochvoltsystemen nur Leute mit passender Stufe ein.

Noch lebt die Werkstatt vom Verbrenner: Reine Elektroautos machten am 1. Januar 2026 erst 4,1 Prozent des Pkw-Bestands aus. Der Bestand an Elektroautos ist aber binnen eines Jahres um 23,2 Prozent gewachsen (Kraftfahrt-Bundesamt). Wer heute für Hochvolt qualifiziert, ist vorne, bevor es eng wird.

  • Biete die Qualifizierung an, statt sie zu verlangen. Viele gute Mechatroniker haben sie noch nicht. Wer sie bezahlt, hat in der Ansprache ein Argument, das beim Nachbarbetrieb fehlt.
  • Verlass dich nicht auf einen Einzigen. Ein einzelner Hochvolt-Techniker macht dich von einer Person abhängig. Ist er krank, steht jedes E-Fahrzeug. Und irgendwann geht er selbst, weil alles an ihm hängt.
  • Sag, auf welcher Stufe gearbeitet wird. Reine Sensibilisierung oder Arbeiten am Hochvoltsystem. Ein Bewerber mit Freigabe will wissen, ob er sie bei dir nutzen kann.

Was ins Stellenangebot gehört

Mechatroniker lesen Anzeigen genau und suchen nach dem, was fehlt. Diese Punkte sollten drinstehen:

  1. Lohn als Zahl. Und ob es eine Prämie auf Auslastung oder abgerechnete Stunden gibt, mit Rechenbeispiel.
  2. Marke oder frei. Markenbetrieb heißt Herstellerdiagnose, Herstellerschulung, oft getaktete Vorgabezeiten. Freie Werkstatt heißt jedes Fabrikat und mehr Fehlersuche. Sag, was du bist. Beides hat seine Bewerber.
  3. Vorgabezeit oder tatsächlicher Aufwand. Die unangenehmste Frage im Beruf. Wenn deine Zeiten schaffbar sind, schreib es hin. Wenn nicht, merkt es der Neue am dritten Tag.
  4. Samstage und Notdienst. Wie oft, mit Ausgleich oder Zuschlag, wie weit im Voraus geplant. Samstagsdienst ist normal. Kommt er unangekündigt, ist er ein Kündigungsgrund.
  5. Hochvolt. Ob du qualifizierst, auf welche Stufe und wer die Schulung bezahlt.
  6. Arbeitsplatz. Eigene Bühne, eigenes Werkzeug, aktuelle Diagnosetechnik. Wer sich eine Bühne teilt, verliert Zeit, die ihm angerechnet wird.
  7. Der Weg nach oben. Meisterschule, Werkstattleitung, Serviceleitung. Was der Meister verdient und was die Rolle verlangt, steht auf der Seite Kfz-Meister finden.

Wie eine Anzeige aussieht, auf die sich Handwerker melden, und welche Floskeln abschrecken, steht im Ratgeber Stellenanzeigen im Handwerk.

Wann sich eine gezielte Mitarbeitersuche lohnt

Eine Bühne ohne Mechatroniker kostet jeden Tag abrechenbare Stunden. Rechne mit deinem Verrechnungssatz und deiner Auslastung aus, was dir im Monat entgeht. Das geht im Ratgeber Was eine unbesetzte Stelle kostet. Dann siehst du, ob sich eine gezielte Mitarbeitersuche rechnet.

  • Lohnt sich eher, wenn die Stelle seit Monaten offen ist oder du Hochvolt- oder Diagnosekompetenz brauchst. Auch für Werkstattmeister und Serviceleitung. Oder wenn du einen Flottenauftrag nur mit einer weiteren Fachkraft annehmen kannst.
  • Lohnt sich eher nicht für Reifenhelfer und Aufbereitung. Auch nicht, wenn dein Lohn unter dem unteren Viertel der Werkstätten liegt. Oder wenn die Vorgabezeiten in deinem Betrieb nicht zu schaffen sind. Dann bleibt auch ein gut ausgewählter Mechatroniker nicht.

So arbeiten wir: Wir sprechen Kfz-Mechatroniker an, die gerade nicht suchen. Das passiert über soziale Netzwerke und direkt, in deinem Namen. Wir suchen im Umkreis von 25 Kilometern um deine Werkstatt. Wie die Produktivität bei dir wirklich aussieht, fragen wir vorher ab. Das sagen wir auch dem Bewerber. Was die Personalsuche kostet und wovon es abhängt, steht unter Kosten. Ob wir in deiner Region Potenzial sehen, klären wir im ersten Gespräch von 15 Minuten. Sehen wir keins, sagen wir es.

Belegte Fälle aus Werkstatt und Autohaus

Drei Kfz-Betriebe, gesuchte Stellen und Ergebnis
BetriebGesuchtBewerbungenEingestellt laut Referenzdarstellung
Tepass Autohaus Gruppe, Schwelm, neun AutohäuserKfz-Mechatroniker, Lagermitarbeiter23 qualifiziertezwei Kfz-Mechatroniker, ein Lagermitarbeiter
AutoWerk Hagen, freie MeisterwerkstattServiceberater, Kfz-Mechatronikerüber 20 qualifizierte in zwei Monatenein Serviceberater, zwei Kfz-Mechatroniker
Carsmetik, Smart Repair, GelsenkirchenFahrzeuglackierer19 qualifiziertevier Fahrzeuglackierer
Referenzen der Lippe Personal GmbH, zu der Rheinwerk Personal gehört. Bewerbungs- und Einstellungszahlen aus früheren Referenzdarstellungen, nicht aus gezählten Kampagnendaten.

Die drei Fälle sind verschieden, und genau darum geht es. Eine Autohausgruppe mit Markenbetrieben, eine freie Werkstatt, die Serviceberater und Mechatroniker gesucht hat, und ein Spezialbetrieb für Lack und Dellen. Gemeinsam ist ihnen: Die Einstellungen kamen aus rund zwanzig qualifizierten Bewerbungen, nicht aus Hunderten. Es sind Einzelfälle, kein Versprechen für deine Werkstatt. Wie wir für Kfz-Betriebe suchen, steht auf der Seite Personal für Kfz-Betriebe.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, einen Kfz-Mechatroniker einzustellen?

Eine gemeldete Stelle in der Kraftfahrzeugtechnik bleibt typischerweise 118 Tage über den Wunschtermin hinaus offen (Median, Stand 12/2025). Dazu kommt die Kündigungsfrist des neuen Mitarbeiters.

Was verdient ein Kfz-Mechatroniker in der Werkstatt?

In Werkstatt und Autohaus in der Mitte 3.466 € brutto im Monat (Entgeltatlas, Stand 12/2025). Ein Viertel liegt unter 2.937 €, ein Viertel über 4.134 €. In der Industrie (produzierendes Gewerbe ohne Bau) sind es 4.945 €.

Muss ein neuer Mechatroniker schon Hochvolt können?

Nein, aber du solltest anbieten, ihn zu qualifizieren. Grundlage ist die DGUV Information 209-093. Viele erfahrene Mechatroniker haben die passende Stufe noch nicht. Bezahlst du sie, hast du ein starkes Argument.

Wir sind eine freie Werkstatt. Haben wir gegen Autohäuser eine Chance?

Ja, mit einem eigenen Argument: Bei dir sieht ein Mechatroniker jedes Fabrikat und macht mehr Fehlersuche als im Markenbetrieb. Wer das mag, langweilt sich bei Herstellervorgaben. Sag es in der Anzeige.

Wie gehe ich in der Anzeige mit Samstagsdienst um?

Offen und konkret: wie oft, wie weit im Voraus geplant, mit welchem Ausgleich. Samstage gehören zum Beruf. Unangekündigte Samstage sind dagegen ein Grund, die Werkstatt zu wechseln.

Soll ich Serviceberater und Mechatroniker zusammen suchen?

Nein. Es sind zwei Arbeitsmärkte unter einem Dach. Ein Serviceberater wird über Kundenkontakt und Abrechnung angesprochen, ein Mechatroniker über Diagnose, Bühne und Werkzeug. Eine gemeinsame Anzeige kostet meist die schwerer zu besetzende Stelle.

Quellen

Jede Zahl auf dieser Seite hat eine Quelle. Hier steht, welche, mit Stand.

  1. Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Fachkräfteengpassanalyse 2025 und Zeitreihe ab 2019, Berufsuntergruppe 2521 Kraftfahrzeugtechnik (Vakanzzeit als Median, Engpasswert), Stand 12/2025
  2. Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas, Berufsgattung 25212 Berufe in der Kraftfahrzeugtechnik, Fachkraft, nach Wirtschaftszweig, Stand 31.12.2025
  3. KOFA Kompakt 7/2026: Fachkräftesicherung im Handwerk (Institut der deutschen Wirtschaft), Stand 06/2026
  4. Bundesinstitut für Berufsbildung, Rangliste der Ausbildungsberufe nach Neuabschlüssen, Stand 30.09.2025
  5. Kraftfahrt-Bundesamt, Fahrzeugbestand am 1. Januar 2026, Stand 01/2026
  6. DGUV Information 209-093: Qualifizierung für Arbeiten an Fahrzeugen mit Hochvoltsystemen (Ausgabe 08/2021), Stand 13.10.2026

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