Woran du die Lücke im Malerbetrieb merkst
Außenarbeiten wie Fassaden brauchen trockenes und nicht zu kaltes Wetter. Deshalb ballt sich vieles zwischen Frühjahr und Herbst. Fehlt in dieser Zeit ein Maler, wird die Kolonne kleiner, das Gerüst steht länger, und neue Anfragen beantwortest du nicht mehr. Was draußen in der Saison liegen bleibt, lässt sich nicht in den Winter schieben.
Angebote gehen nicht raus
Wer tagsüber selbst streicht, schreibt abends kein Angebot für die nächste Fassade.
Die Kolonne ist zu klein
Mit einem weniger dauert die Fassade länger, und das Gerüst steht mit.
Die Saison läuft weg
Trockene Wochen kommen nicht wieder, wenn die Kolonne sie verpasst.
Stammkunden planen um
Hausverwaltungen und Bauträger planen mit dem Betrieb, der zusagt.
Im Malerbetrieb fehlt oft nicht der Auftrag. Es fehlt das Angebot, das du nie geschrieben hast.
Kostenrechner für deinen Malerbetrieb
Für Fassaden und größere Objekte rechnest du meist besser mit verlorenen Aufträgen: Wie viele Anfragen hast du im Monat nicht angeboten oder abgesagt? Werden laufende Baustellen nur langsamer, nimm den Weg über fehlende Stunden. Nur einen der beiden, sonst zählst du doppelt.
Kostenrechner
Was kostet dich die offene Stelle?
Rechne mit deinen eigenen Zahlen. Nichts davon wird gespeichert oder verschickt.
Nur Aufträge, die ein anderer Betrieb macht oder die ganz wegfallen. Verschobene Aufträge zählen nicht.
Was ein solcher Auftrag im Schnitt ohne Mehrwertsteuer bringt.
Was vom Auftragswert nach Material, Fremdleistung und Lohn der ausführenden Leute übrig bleibt. Frag im Zweifel deinen Steuerberater.
Nur, was wegen der Lücke zusätzlich anfällt, zum Beispiel Überstundenzuschläge. Nichts doppelt zählen.
Trag deine Zahlen ein. Das Ergebnis erscheint sofort.
Rechenbeispiel: eine nicht angebotene Fassade je Monat
Die Zahlen sind frei gewählt, um den Rechenweg zu zeigen. Sie sind kein Durchschnitt für Malerbetriebe und kein Preis für eine Fassade. Setz im Rechner oben deine eigenen ein.
| Schritt | Rechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Umsatz je Monat | 1 Auftrag × 9.000 € | 9.000 € |
| Deckungsbeitrag je Monat | 9.000 € × 35 % | 3.150 € |
| Nach 3 Monaten | 3.150 € × 3 | 9.450 € |
| Über eine Saison von 7 Monaten | 3.150 € × 7 | 22.050 € |
- Jan: Vor allem Arbeiten innen
- Feb: Vor allem Arbeiten innen
- Mär: Übergang: je nach Wetter
- Apr: Fassadensaison im Beispiel
- Mai: Fassadensaison im Beispiel
- Jun: Fassadensaison im Beispiel
- Jul: Fassadensaison im Beispiel
- Aug: Fassadensaison im Beispiel
- Sep: Fassadensaison im Beispiel
- Okt: Fassadensaison im Beispiel
- Nov: Übergang: je nach Wetter
- Dez: Vor allem Arbeiten innen
Frei gewählte Monate zum Rechenbeispiel, Stand 18.10.2026. Wann deine Saison läuft, hängt von Region und Wetter ab.
Nicht jede Anfrage wäre ein Auftrag geworden. Zähl deshalb nur die, bei denen du realistisch zum Zug gekommen wärst. Mehrkosten für ein länger stehendes Gerüst trägst du im Rechner als zusätzliche Kosten ein.
Welche Malerstelle dir am meisten fehlt
Ein Geselle, der eine Fassade mit einem Kollegen selbständig fertig macht, entlastet dich anders als ein Helfer. Fehlt dir jemand, der eine Baustelle führt, musst du selbst öfter raus, und Aufmaß, Angebote und Absprachen mit Kunden bleiben liegen.
- Malergeselle für Fassade und Außenarbeiten: fehlt vor allem zwischen Frühjahr und Herbst.
- Vorarbeiter: fehlt, wenn Baustellen ohne dich nicht laufen.
- Maler für Innenarbeiten: fehlt, wenn Wohnungen beim Mieterwechsel nicht rechtzeitig fertig werden.
Wie du gezielt suchst, steht im Ratgeber Malergesellen finden. Mehr über das Gewerk liest du auf der Seite Maler und Lackierer.
Warum der Nächstbeste im Malerbetrieb teuer werden kann
Beim Malen sieht jeder Kunde das Ergebnis. Schlecht abgeklebt, ungleichmäßig gestrichen oder ohne saubere Vorarbeit: Dann muss jemand noch einmal hin, und die Stunden bezahlt keiner. Vor der Einstellung lohnt sich deshalb ein klarer Abgleich: Hat die Person schon Fassaden gemacht, und arbeitet sie sauber, wenn keiner danebensteht?
Eine Fassade streicht man einmal richtig oder zweimal auf eigene Kosten.
Wie lange Malerstellen offen bleiben
Bei den Maler- und Lackiererarbeiten blieb eine gemeldete Fachkräftestelle nach der Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit in der Mitte 101 Tage über den gewünschten Starttermin hinaus offen, also gut drei Monate (Stand 12/2025). Dabei gilt der Beruf dort nicht als Engpassberuf: Er kommt auf 1,5 von 3, ein Engpass beginnt bei 2,0. Es gibt also Maler auf dem Markt. Schnell besetzt ist die Stelle trotzdem nicht.
Wer erst im Frühjahr sucht, hat den neuen Maler nach diesem Wert womöglich erst im Sommer, mitten in der Saison. Rechne die Zahl aus dem Rechner deshalb einmal mit drei bis vier Monaten durch. Alle Gewerke im Vergleich stehen im Ratgeber Wie lange dauert eine Stellenbesetzung?.
Was du jetzt tun kannst
- Schreib in der Saison mit, welche Anfragen du nicht anbietest und warum.
- Schätz ehrlich, welche davon du bekommen hättest.
- Trag diese mit deinem Deckungsbeitrag in den Rechner ein.
- Fang im Winter mit der Suche an, damit die Kolonne im Frühjahr steht.
Rheinwerk ist die Handwerksmarke der Lippe Personal GmbH. Wir helfen Malerbetrieben, passende Fachkräfte zu erreichen und Bewerbungen für ihre offenen Stellen zu gewinnen. Wen du kennenlernst und einstellst, entscheidest du. Was wir dir zusagen, steht vorher schriftlich im Vertrag.
Häufige Fragen
Zählt ein Angebot, das ich nicht abgegeben habe, als verlorener Auftrag?
Nur, wenn du den Auftrag realistisch bekommen hättest. Nicht jede Anfrage wird ein Auftrag. Zähl lieber vorsichtig, dann kannst du dich auf das Ergebnis verlassen.
Was ist mit einer Fassade, die ich nicht mehr in dieser Saison schaffe?
Wartet der Kunde aufs nächste Jahr, ist sie nur verschoben. Geht er zu einem anderen Betrieb, ist sie verloren. Nur dann gehört sie in den Rechner.
Wie lange bleibt eine Malerstelle im Schnitt offen?
Bei den Maler- und Lackiererarbeiten in der Mitte 101 Tage über den gewünschten Starttermin hinaus, laut Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit, Stand 12/2025. Für deine Stelle kann es kürzer oder länger dauern.
Maler sind doch kein Engpassberuf. Warum dauert es trotzdem?
Die Bundesagentur stuft den Beruf mit 1,5 von 3 nicht als Engpass ein. Trotzdem blieb eine gemeldete Stelle in der Mitte 101 Tage über den Wunschtermin offen, Stand 12/2025. Kein Engpass heißt also nicht, dass die Stelle schnell besetzt ist.
Quellen
Jede Zahl auf dieser Seite hat eine Quelle. Hier steht, welche, mit Stand.

