Warum die Suche nach Malern so lange dauert
Weil die Statistik zählt, ob es Maler gibt, und nicht, ob sie zu deiner Stelle passen. Die Bundesagentur bewertet jeden Beruf auf einer Skala bis 3. Ab 2,0 spricht sie von einem Engpassberuf. Maler und Lackierer stehen bei 1,5 und gelten als „unter Beobachtung“. Gleichzeitig bleibt eine gemeldete Stelle in der Mitte 101 Tage offen. Gezählt wird ab dem Tag, an dem der neue Mitarbeiter anfangen sollte. Mehr als drei Monate lang laufen Aufträge mit festem Termin also ohne ihn.
| Kennzahl | Wert | Was das für dich heißt |
|---|---|---|
| Engpasswert (Skala bis 3) | 1,5, unter Beobachtung | offiziell kein Mangel |
| Vakanzzeit 2025, Median | 101 Tage | gut drei Monate über den Wunschtermin hinaus |
| Vakanzzeit 2019, Median | 71 Tage | seitdem einen Monat länger |
| Berufsspezifische Arbeitslosenquote | 7,4 % | es gibt arbeitslose Maler, aber nicht unbedingt passende |
Viele Malerbetriebe spüren die Arbeitslosenquote, ohne die Zahl zu kennen. Unter Malern liegt sie bei 7,4 Prozent, in der Tischlerei bei 4,2 und im Metallbau bei 4,1. Auf eine Anzeige melden sich beim Maler deshalb eher Leute als in Gewerken mit echtem Mangel. Aber wer sich meldet, ist nicht automatisch der Geselle, den du brauchst. Der spachtelt eine Q4-Fläche, führt beim Kunden ein Gespräch und steht morgens pünktlich am Objekt. Den gibt es auch, aber er hat eine Stelle.
Die Zeitreihe zeigt: Das erledigt sich nicht von selbst. 2019 war eine Malerstelle nach typischerweise 71 Tagen besetzt, 2020 nach 65. Seit 2022 liegt der Wert über hundert Tagen. Erst 112, dann 113, in den letzten beiden Jahren 101. Wer heute sucht, plant mit einem Quartal. Wo die Tage im Einzelnen verloren gehen, steht im Ratgeber wie lange eine Stellenbesetzung dauert.

Innenausbau, Fassade oder Halle: Welcher Maler?
„Maler gesucht“ beschreibt im Malerhandwerk mindestens vier verschiedene Arbeitstage. Fasst du sie in einer Anzeige zusammen, bewerben sich Leute, die den falschen davon wollen. Leg deshalb vor der Suche fest, welcher es ist:
- Geselle für den Innenausbau. Wohnungen, Treppenhäuser, Büros. Spachteln bis Q3 und Q4, Tapete, Lack an Türen und Zargen. Viel Kundenkontakt in bewohnten Räumen. Deshalb zählen Sauberkeit und ein ordentliches Auftreten so viel wie die Technik.
- Fassade und Wärmedämmung. Gerüst, Wetter, Silikat- und Mineralanstrich, Wärmedämmverbundsysteme. Wer das will, will draußen arbeiten und fragt als Erstes, was im Winter passiert.
- Lackierer in Halle oder Kabine. Spritzlackierung von Bauteilen, oft mit festen Zeiten am selben Ort. Ein anderer Arbeitsmarkt mit anderem Lohn. Mehr dazu steht im Abschnitt zum Gehalt.
- Vorarbeiter. Führt die Kolonne, nimmt Material ab, spricht mit Hausverwaltung und Bauleitung. Meist ein erfahrener Geselle, der mehr Verantwortung will. Bei seinem jetzigen Betrieb bekommt er sie nicht.
- Kundenberater für Farbe und Gestaltung. Aufmaß, Beratung, Angebot. Oft ein Meister oder Gestalter, der nicht mehr jeden Tag auf der Leiter stehen will.
Für den Einstieg lohnt ein Blick auf den Bauten- und Objektbeschichter. Die Ausbildung dauert zwei statt drei Jahre. Wer eine Großfläche sauber beschichten kann, lernt bei dir das Spachteln dazu. Dafür musst du dir die Zeit nehmen.
Welche Wege neue Malergesellen bringen
Beim Maler wirken die Wege anders als in Gewerken mit echtem Mangel. Anzeige und Arbeitsagentur bringen hier eher Bewerbungen. Dafür wird die Auswahl wichtiger. Wie lange ein Weg im Einzelfall dauert, ist nirgends belastbar gemessen. Die Tabelle beschreibt deshalb Aufwand und Eignung, keine Tage.
| Weg | Dein Aufwand | Eignung im Malerhandwerk |
|---|---|---|
| Stellenanzeige, Jobbörse | gering | bringt Bewerbungen, viele davon unpassend; gut für Helfer und Anstreicher |
| Arbeitsagentur | gering, kostenfrei | beim Maler eher einen Versuch wert, weil die Arbeitslosenquote höher ist; ein Probetag trennt schnell |
| Eigene Auszubildende übernehmen | hoch, über drei Jahre | der Nachwuchs wächst: 2025 begannen 6.005 eine Malerlehre, 4,8 Prozent mehr als im Vorjahr |
| Empfehlung aus der Kolonne | gering, eine Prämie | sehr gut, Maler kennen sich von Baustellen und aus der Berufsschule |
| Social Recruiting | hoch, wenn du es selbst machst | gut für Gesellen im Umkreis, die nicht aktiv suchen; Bilder von echten Objekten wirken |
| Direktansprache | hoch, vor allem Zeit | für Vorarbeiter und Kundenberater |
| Gezielte Mitarbeitersuche | gering | wenn eine Kolonne fehlt oder Aufträge mit festem Termin wackeln |
Ein Weg wird im Malerhandwerk oft übersehen: die Kollegen, die aufhören. Zum 30.06.2025 standen 37.563 Malerbetriebe in den Handwerksrollen. Ein halbes Jahr zuvor waren es 391 mehr. Schließt ein Inhaber ohne Nachfolger, werden gute Gesellen frei. Sie lesen keine Anzeige, weil sie bis gestern nicht wechseln wollten. Wer dann als Erster anruft, hat die besten Aussichten.
Ein Probetag sagt mehr als ein Lebenslauf
Gerade weil sich beim Maler mehr Leute melden, entscheidet die Auswahl. Ein halber Tag auf einem echten Objekt zeigt viel. Du siehst, wie jemand abklebt, spachtelt und mit dem Kunden spricht. Vereinbare vorher, was der Tag umfasst und ob du ihn bezahlst. Fragen für das Gespräch davor stehen im Ratgeber Bewerbungsgespräch im Handwerk.
Was ein Maler verdient
In der Mitte verdient ein Maler und Lackierer in Vollzeit 3.327 € brutto im Monat. Ein Viertel liegt unter 2.958 €, ein Viertel über 3.676 €. Die Spanne ist eng. Vier von fünf Malern in Vollzeit arbeiten im Baugewerbe. Dort liegen die Löhne dicht beieinander.
| Vergleich | Mitte | Beschäftigte in Vollzeit |
|---|---|---|
| Deutschland, alle Arbeitgeber | 3.327 € | 78.441 |
| Deutschland, Baugewerbe | 3.308 € | 62.437 |
| Deutschland, produzierendes Gewerbe ohne Bau | 3.833 € | 4.053 |
| Nordrhein-Westfalen, alle Arbeitgeber | 3.429 € | 16.776 |
| Nordrhein-Westfalen, Baugewerbe | 3.415 € | 13.275 |
Daraus folgen zwei Dinge. Erstens: Mit 50 € mehr holst du keinen Gesellen aus einem festen Betrieb. Dafür liegen die Löhne zu dicht beieinander. Entscheidend ist, was neben dem Lohn steht. Zweitens: Suchst du einen Lackierer für eine Halle, trittst du gegen Betriebe des produzierenden Gewerbes an. Die zahlen in der Mitte 525 € mehr. Dort hilft kein Argument über die Baustelle. Dein Angebot muss zu diesem anderen Markt passen.
Als Untergrenze gilt für Gesellen im Maler- und Lackiererhandwerk ein Branchenmindestlohn. Seit dem 1. Juli 2026 sind das 16,13 € je Stunde. Bietest du nur den Mindestlohn, kommen vor allem Leute, die woanders nichts finden. Alle Gewerke im Vergleich stehen im Ratgeber Gehalt im Handwerk.
Was in eine Stellenanzeige für Maler gehört
Malergesellen wechseln selten wegen des Geldes. Sie wechseln wegen der Arbeit. Deine Anzeige muss also die Arbeit beschreiben, nicht den Betrieb loben. Diese Punkte entscheiden, ob jemand anruft:
- Wie viel innen, wie viel Fassade. Eine Zahl wie „etwa zwei Drittel Innenausbau“ sagt mehr als jedes Adjektiv.
- Der Winter. Gibt es von Dezember bis März durchgehend Arbeit, etwa Treppenhäuser und Wohnungsübergaben? Oder planst du mit Arbeitszeitkonto oder Kurzarbeit?
- Das Material. Welche Farben und Spachtelmassen? Gibt es Airless-Geräte und Schleifmaschinen mit Absaugung? Gesellen merken am ersten Tag, ob am Material gespart wird.
- Wer das Gerüst stellt. Eigene Gerüstbauer, ein Fremdbetrieb oder die Kolonne selbst nach Feierabend. Für viele ist das die ehrlichste Zeile der Anzeige.
- Die Objekte. Altbau, Neubau, Gewerbe, Hausverwaltungen, Privatkunden. Wer Spachteltechnik und Lasur kann, will nicht nur weiße Neubauwände streichen.
- Lohn und Zuschläge als Zahl. Dazu Fahrzeug, Fahrzeit zum Objekt und ob die Fahrt Arbeitszeit ist.
- Der nächste Schritt. Vorarbeiter, Meisterschule, Kundenberatung. Und ob du die Weiterbildung bezahlst.
Wie du daraus eine vollständige Anzeige baust, steht im Ratgeber Stellenanzeige im Handwerk schreiben. Kommt auf deine Anzeige seit Wochen nichts? Dann hilft der Ratgeber keine Bewerbungen auf die Stellenanzeige bei der Fehlersuche.
Wann sich eine gezielte Mitarbeitersuche für Maler lohnt
Beim Maler ist die ehrliche Antwort öfter „noch nicht“ als in anderen Gewerken. Auf eine gute Anzeige melden sich Leute. Deshalb lohnt es sich, zuerst Anzeige und Auswahl in Ordnung zu bringen. Eine gezielte Mitarbeitersuche rechnet sich, wenn die offene Stelle dich mehr kostet als die Suche. Das sind etwa abgesagte Fassaden, verschobene Übergaben und Überstunden der Kolonne. Wie du das mit deinen eigenen Zahlen ausrechnest, zeigt der Ratgeber was eine unbesetzte Stelle kostet.
- Eher ja, wenn ein Vorarbeiter oder eine ganze Kolonne fehlt. Oder wenn ein Rahmenauftrag einer Hausverwaltung an deiner Mannschaft hängt. Oder wenn du selbst auf der Leiter stehst und keine Zeit für Gespräche hast.
- Eher nein, wenn du Helfer für den Sommer suchst. Die findest du über Anzeige und Arbeitsagentur.
- Nein, wenn dein Lohn unter dem Wert deiner Region liegt und du ihn nicht ändern willst. Bekommt ein Geselle beim Malerbetrieb nebenan mehr, ist er nach der ersten Fassade wieder weg. Egal, wer ihn gefunden hat.
Was die Personalsuche kostet, hängt am Beruf, an deiner Region und an der Zahl der Stellen. Unter Kosten steht, wovon der Preis abhängt. So arbeiten wir: Wir sprechen Malergesellen an, die gerade nicht suchen, im Umkreis von 25 Kilometern um deinen Betrieb. Vorher fragen wir ab, ob sie Innenausbau oder Fassade wollen und wie gut sie spachteln. Einen belegten Fall aus einem Malerbetrieb können wir dir hier noch nicht zeigen. Und wir zeigen keinen, den wir nicht belegen können. Ob es in deiner Gegend passende Leute gibt, klären wir in einem Erstgespräch von 15 Minuten. Wie wir im Malerhandwerk suchen, steht auf der Seite Maler und Lackierer einstellen.
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, einen Maler einzustellen?
Eine gemeldete Malerstelle bleibt typischerweise 101 Tage über den gewünschten Starttermin hinaus offen (Median, Stand 12/2025). Dazu kommt die Kündigungsfrist des neuen Mitarbeiters. Brauchst du im Frühjahr eine volle Kolonne, fang im Winter mit der Suche an.
Gibt es überhaupt einen Fachkräftemangel bei Malern?
Laut Bundesagentur nicht. Der Beruf steht bei 1,5 von 3 und gilt als unter Beobachtung. Die Arbeitslosenquote unter Malern liegt bei 7,4 Prozent. Die Herausforderung sind die guten Gesellen: Nur wenige wollen gerade wechseln und sehen deine Anzeige.
Wie viel muss ich einem Malergesellen zahlen?
Mindestens den Branchenmindestlohn von 16,13 € je Stunde (seit 01.07.2026). Willst du jemanden aus einem festen Betrieb holen, orientier dich an der Mitte deiner Region. Bundesweit sind das 3.327 €, in Nordrhein-Westfalen 3.429 € brutto im Monat (Entgeltatlas, Stand 12/2025).
Lohnt sich die Arbeitsagentur beim Maler eher als in anderen Gewerken?
Eher als anderswo. Die Arbeitslosenquote unter Malern liegt mit 7,4 Prozent höher als etwa bei Metallbauern (4,1) oder Tischlern (4,2). Rechne aber mit Bewerbungen, die nicht passen. Plan einen Probetag ein, bevor du jemanden fest einstellst.
Soll ich einen Fassadenmaler und einen Innenmaler getrennt suchen?
Ja, wenn die Stelle klar einen Schwerpunkt hat. Wer gern draußen auf dem Gerüst arbeitet, liest eine Anzeige über Wohnungsübergaben nicht zu Ende. Und umgekehrt. Zwei kurze Anzeigen bringen mehr als eine lange.
Wie bekomme ich einen Vorarbeiter für meine Malerkolonne?
Selten über eine Anzeige, weil gute Vorarbeiter in ihrem Betrieb gebraucht werden. Du findest ihn über Empfehlungen und die einzelne, diskrete Ansprache. Dazu gehört ein klares Angebot: welche Objekte, wie viele Leute, welche Entscheidungen er selbst trifft.
Quellen
Jede Zahl auf dieser Seite hat eine Quelle. Hier steht, welche, mit Stand.
- Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Fachkräfteengpassanalyse 2025, Berufsuntergruppe 3321 Berufe für Maler- und Lackiererarbeiten (Engpasswert, Vakanzzeit als Median, berufsspezifische Arbeitslosenquote); Vergleich 2234 und 2441, Stand 12/2025
- Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Fachkräfteengpassanalyse, Zeitreihe 2019 bis 2025, Berufsuntergruppe 3321, Stand 12/2025
- Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas, Berufsgattung 33212 Maler und Lackierer, Fachkraft, Deutschland und Nordrhein-Westfalen, nach Wirtschaftszweig, Stand 31.12.2025
- TV Mindestlohn im Maler- und Lackiererhandwerk vom 28. April 2025, § 2 (Anlage zur 12. MalerArbbV), Stand 13.10.2026
- Zentralverband des Deutschen Handwerks, Lehrlingsstatistik, neu abgeschlossene Ausbildungsverträge, Stand 12/2025
- Zentralverband des Deutschen Handwerks, Betriebsbestand im Handwerk nach Berufen, Anlage A, Stand 06/2025

